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Beschwerde erfolgreich

Kartellamt bremst Bremer Lürssen-Werft aus

18. Mai 2017, 17:11 Uhr

Das Bundeskartellamt hat den Lürssen-Auftrag über fünf Korvetten für die deutsche Marine gestoppt. Der Auftrag der Bundeswehr verstoße gegen das Vergaberecht, teilte die Behörde am Donnerstag mit.

Eine Korvette bei der Lürssen-Werft [Quelle: Radio Bremen]
Fünf Korvetten (diese hier stammt aus dem Jahr 2013) für 1,5 Milliarden Euro: Der Auftrag bringt Lürssen und ThyssenKrupp viel Geld ein.

Eine Werft in Kiel hatte sich bei den Wettbewerbs-Hütern beschwert, dass keine anderen Unternehmen bei der Vergabe beteiligt wurden. Das sieht auch das Kartellamt als problematisch an und gab den Kielern nun Recht. Damit hat das Bundes-Verteidigungsministerium noch zwei Wochen Zeit, den Beschluss anzufechten.

Kartellamt fordert erneute Ausschreibung

Für den Verbund aus dem Rüstungskonzern ThyssenKrupp und Lürssen aus Bremen geht es um viel Geld: Der Auftrag hat einen Wert von 1,5 Milliarden Euro. Er muss aber nach Meinung des Kartellamts neu ausgeschrieben werden, da auch für Militärausrüstung der Wettbewerbs-Grundsatz gelte. Das Verteidigungsministerium hatte den Auftrag direkt an Lürssen vergeben, weil die Werft Erfahrung habe und die dringend benötigten Schiffe schnell liefern könne.

Ein Schiffsbau-Experte der Hochschule Bremen sieht in dem Beschluss einen schweren Schlag für die Bremer Werft. Lürssen habe in der Vergangenheit schon zuverlässig fünf Schiffe an die Bundeswehr geliefert. Doch am Ende zähle bei solchen Vergaben allein der Preis. Das Unternehmen selbst wollte sich zu dem Verfahren beim Kartellamt nicht äußern.

ThyssenKrupp: Haben nichts falsch gemacht

Bei ThyssenKrupp betont man, sich an die Vorgaben gehalten zu haben. "Über die Art des Verfahrens hat der Auftraggeber entschieden", das Unternehmen. Man gehe davon aus, dass der Bund kurzfristig entscheide, ob und wie er das Vergabeverfahren anpasst.

Dieses Thema in den Hörfunknachrichten von Radio Bremen: 18. Mai 2017, 17 Uhr

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