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Geplante Zentralklinik

Bürger in Ostfriesland wollen kein Riesen-Krankenhaus

12. Juni 2017

Seit Jahren fahren die Krankenhäuser in Emden, Aurich und Norden finanzielle Verluste ein. Die Rede ist von 15 Millionen Euro im Jahr. Vor drei Jahren entstand die Idee, die Kliniken zusammenzulegen und ein neues Krankenhaus auf der grünen Wiese in Georgsheil zu bauen. Ein Bürgerentscheid hat nun ergeben: Die Bürger wollen kein neues, zentrales Krankenhaus.

Seit Jahren fahren die Krankenhäuser in Emden, Aurich und Norden finanzielle Verluste ein. Die Rede ist von 15 Millionen Euro im Jahr. Vor drei Jahren entstand die Idee, die Kliniken zusammenzulegen und ein neues Krankenhaus auf der grünen Wiese in Georgsheil zu bauen. Ein Bürgerentscheid hat nun ergeben: Die Bürger wollen kein neues, zentrales Krankenhaus.

Autor/-in: Monika Gray
Länge: 4:34 Minuten
Datum: Montag, 12. Juni 2017
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Mehr als zwei Jahre wurde heftig gestritten. Der Bürgerentscheid hat nun ergeben, dass der Landkreis Aurich und die Stadt Emden kein neues Zentralklinikum bauen sollen. Reporter Thomas Stahlberg mit den Einzelheiten: "Zwei Drittel der Emder sind dagegen, die Menschen im Landkreis Aurich wollten lieber eine Zentralklinik, aber die Pläne sind nun vom Tisch. Denn nur gemeinsam hätten die Stadt Emden und der Landkreis Aurich die 250 Millionen Euro für das Projekt aufbringen können".

Ältere Bürger wollten keine neue Klinik

In Emden hätten laut Reporter Stahlberg vor allem ältere Menschen gegen das Zentralklinikum gestimmt – aus Angst, im Notfall nicht schnell genug in ein Krankenhaus zu kommen. Eine Konsequenz könnte nun sein, dass nach zwei Jahren bestimmte Leistungen der einzelnen, unrentablen Kliniken gestrichen werden. Auch eine Privatisierung steht im Raum.

Bürgerentscheid

Rund 200.000 Menschen waren zur Teilnahme an dem Bürgerentscheid aufgerufen. In Emden (48,5 Prozent Teilnahme) stimmten 45 Prozent gegen eine Zentralklinik. In Emden (43,6 Prozent Beteiligung) sprachen sich 62 Prozent für die große Klinik aus.

"Ich bin tief enttäuscht. Da war das Bauchgefühl bei den Bürgern so stark im Vordergrund, dass bestimmte Fakten nicht so ihr Gewicht bekommen haben", sagte Emdens Ober-Bürgermeister Bernd Bornemann.

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 12. Juni, 11:10 Uhr.

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