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Nordwestradio unterwegs

Versinkt Cuxhaven im Schlick?

12. Juli 2017, 18:05 Uhr | Leuchtfeuer Duhnen

Versinkt Cuxhaven im Schlick? Ein matschiges Phänomen an der deutschen Nordsee-Küste sorgt für Diskussionen. Ist die glitschige, schwarze Masse naturgegeben oder durch den Menschen entstanden? Das diskutierten wir in "Nordwestradio unterwegs" live aus Cuxhaven.

Watt En Schlick 2016 [Quelle: Radio Bremen]
Menschen stapfen an der Nordseeküste durch knietiefen Schlick.

Mitschnitt der Diskussion [38:14 Minuten] Zusammenfassung der Sendung [2:46 Minuten]

Die Nordseeküste im Land Wursten lockt mit langen Sandstränden und einer kilometerweiten Wattlinie. Tausende von Touristen strömen jedes Jahr nach Cuxhaven, um das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer hautnah zu erleben. Doch vor zehn Jahren veränderte sich das Watt plötzlich. Direkt vor dem Strand bildete sich eine matschige Masse aus Sedimenten. Glitschig, zäh und gefährlich: Allein im Juni befreiten DLRG und Feuerwehr vier Menschen, die im Schlick feststeckten. Und das, obwohl die Stadt bereits Warnschilder aufgestellt hat.

Naturschützer: Schlick-Phänomen "selbstverschuldet"

Blick ins Publikum bei Nordwestradio unterwegs in Cuxhaven [Quelle: Radio Bremen]
Interessierte Zuhörer in Cuxhaven

Naturschützer schlagen seit Jahren Alarm. Sie glauben, dass Eingriffe in die Ursache sind. Beispiel: der Bau des Cuxhavener Leitdamms oder verklapptes Baggergut vor der Küste. Zudem hat sich eine Bürgerinitiative gegründet. Sie will das Cuxhavener Watt retten. Ihre Befürchtungen: eine totale Verschlickung des Watts. Das hätte ihrer Meinung nach nicht nur negative Folgen für den Tourismus, sondern auch für das gesamte Ökosystem Wattenmeer. Schuld seien unter anderem Schadstoffe, die sich im verklappten Baggergut befinden.

Sedimente sind laut Studie nicht hoch belastet

Sand und Schlick sind nicht besorgniserregend belastet - das sagt hingegen die Stadtverwaltung Cuxhaven und stützt sich dabei auf Gutachten des Landes Hamburg. Dieses verklappt vor Cuxhaven seit Jahren Schlamm, der aus der Elbe gebaggert wird. Zwar hat Cuxhaven gegen die Elbvertiefung geklagt, "richtige Ursachenforschung betreibt sie jedoch nicht", kritisiert die Bürgerinitiative. Umfassende Gutachten zur Bestimmung und Ursache des Schlicks wurden von der Stadt noch nicht in Auftrag gegeben.

"Keine Panik!" meint die Nationalparkverwaltung

Kein Grund zur Panik, sagt die Nationalparkverwaltung: Wattveränderungen seien etwas ganz Normales. Auf eine Verklappung sei der Cuxhavener Schlick nicht zurückzuführen.

Ulrich Getsch, Michael Stobbe, Thomas Richter, Moderatorin Julia Meichsner, Peter roland, Enak Ferlemann, Hans-Joachim Ropers [Quelle: Radio Bremen]
Die Diskussionsrunde in Cuxhaven

Wie gefährlich ist der Schlick wirklich? Welche Folgen hat der Matsch? Und wie lässt sich das Schlickproblem lösen? Über diese und weitere Fragen diskutierten:

  • Enak Ferlemann, (CDU), Parlamentarischer Staatssekretär
  • Ulrich Getsch, (parteilos), Oberbürgermeister von Cuxhaven
  • Thomas Richter, stellvertr. Leiter Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven
  • Peter Roland, Bürgerinitiative "Rettet das Cux-Watt"
  • Hans-Joachim Ropers, Naturschutzbund (Nabu) Cuxhaven
  • Michael Stobbe, Ortsbrandmeister der Freiwilligen Feuerwehr Cuxhaven-Döse

Moderation: Julia Meichsner
Redaktion: Venessa Brand

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 12. Juli, 18:05 Uhr.

Genaue Adresse:
Leuchtfeuer Duhnen
Duhner Strandstraße 35
Cuxhaven

Veranstaltungstermin:
12. Juli 2017, 18:05 Uhr

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