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Frühlingsgäste 2017

Til Mette

Cartoonist

29. April 2017, 11:00 Uhr | Artcafé im Horst-Janssen-Museum

Am 29. April ist Til Mette, einer der bekanntesten Karikaturisten Deutschlands, der zweite Frühlingsgast des Nordwestradios. Mit scharfem Blick und spitzem Stift seziert der 60-Jährige die politischen und privaten Lebenslügen unserer Wohlstandsgesellschaft – seit 1995 exklusiv für das Wochenmagazin "Stern" und seit zehn Jahren im Bremer "Kurier am Sonntag". 

Til Mette [Quelle: DPA, Ingo Wagner]
Til Mette [Quelle: DPA, Ingo Wagner]

Scharfer Blick, gespitzte Feder, Hintersinn und Humor, süffisant und subversiv: So fängt Til Mette jede Woche im "Stern" und  im Bremer "Kurier am Sonntag" die Gemütslage der Deutschen ein, guckt hinter die Fassaden des politischen Geschäfts und nimmt den Spießer auf die Schippe. Beispiel: Friedhof-Szenerie, vor einem Grab ein mittelalter gramgebeugter Mann, zwei Koffer neben sich. "Mutter" sagt er, "Mein ganzes Geld ist weg. Kann ich bei dir wohnen?" Das war 2009 zur Zeit der Lehman-Pleite in den USA. Diese Zeichnung hat damals Til Mette den Deutschen Karikaturisten-Preis beschert.

Porträt Til Mette [4:18 Minuten]

Vollgekritzelte Schulbücher und gezeichnete Liebesbriefe

Aufgewachsen ist der Zeichner mit der kurzen Signatur "Til" als Gotthard-Tilmann Mette in einem Dorf bei Bielefeld. Zuhause zeichnen fast alle, in der Wohnung liegen Bücher mit Karikaturen herum, die Til begierig studiert. In der Schule kritzelt er alle Buch- und Heftränder voll, avanciert mit seinen Pauker-Konterfeis zum Klassenclown und macht gute Figur bei den Mädchen mit herzzerreißend "gezeichneten" Liebesbriefen.

Cartoonist im "Big Apple", Dauergast im "Stern"

Er wirft sich zum Geschichts- und Politikstudium in das linke Studentenleben an der Bremer Uni der Siebziger Jahre, aber der Sog des Zeichenstiftes erweist sich als stärker. Mit großer Begeisterung mischt Mette 1985 mit bei der Gründung der Bremer Ausgabe der "Tageszeitung" mit und zeichnet für die "taz". Schnell ist klar: Er wird hauptberuflich Karikaturist.

Das nächste Wagnis: der Sprung nach New York, wo seine Frau Arbeit an der Uni hat. Bald sind sie zu viert mit zwei kleinen Töchtern. Beruflich ist der Start als zugewanderter Cartoonist nicht ganz einfach, aber kurz bevor die Ersparnisse aufgebraucht  sind, zieht er das große Los beim Hamburger Magazin "Stern" und seit 2006 liefert er jede Woche eine Seite.

"Alles reine Willenssache"

Inzwischen ist die Mette-Familie zurück im deutschen Norden und lebt in Hamburg, wo der 60-jährige Künstler mit den wuseligen Locken regelmäßig in seinem Denk- und Mal-Labor verschwindet, um unter Deadline-Druck schließlich die Ergebnisse in die Redaktionen zu senden. Vielleicht fühlt er sich dabei manchmal wie einer der Pinguine aus seiner Sammlung mit Tierzeichnungen: Über den Köpfen einer Königspinguin-Gruppe saust ein Artgenosse pfeilschnell durch die Lüfte und ruft den befrackten Kumpels am Boden zu: "Alles reine Willenssache."

Live in Oldenburg

Die Besucherinnen und Besucher erleben mit Til Mette im "Artcafé" des Horst Janssen Museums eine samstägliche Frühstücksatmosphäre, stimmungsvolle Musik und ein Gespräch mit Tiefgang und Esprit. Außerdem können Sie in einer kleinen Ausstellung Bilder von Til Mette sehen.

Der Eintritt im "Artcafé" im Horst-Janssen-Museum ist frei. Frühstücksreservierungen im Artcafé sind unter 0441 - 36166682 möglich.

Moderation: Alexander Brauer

Thema im Programm: Nordwestradio, 29. April 2017, 13 Uhr

Genaue Adresse:
Artcafé im Horst-Janssen-Museum
Am Stadtmuseum 4-8
26121 Oldenburg

Veranstaltungstermin:
29. April 2017, 11:00 Uhr

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