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Wo der Hund mit dem Schwanz bellt

Eine Spurensuche in Buxtehude

9. Dezember 2014, 14:40 Uhr

Buxtehude? Das ist doch dort, wo die Hunde mit dem Schwanz bellen! – Nicht nur wer aus der Hansestadt an der Este kommt, hat diesen Spruch bestimmt schon mal gehört. Aber was ist dran an dieser kuriosen Sage?

Postkarte mit dem Buxtehuder Dackel [Quelle: Radio Bremen]
Das ist er, der berühmte Buxtehuder Hund.

Ein Hundeplatz in Buxtehude – wenn, dann müssten die kuriosen Vierbeiner doch hier zu finden sein. Auf den ersten Blick scheint aber alles normal zu sein: Während sich die Welpen neugierig beschnuppern und auf dem eingezäunten Platz durch die Gegend tollen, schauen die Besitzer vom Rand aus zu und unterhalten sich über Hundepullover, Leckerlis und Hundeleinen. Wissen die Buxtehuder Hundebesitzer vielleicht, warum man sagt, dass in Buxtehude die Hunde mit dem Schwanz bellen? Erklärungsversuche:

Es sei ein Übersetzungsfehler meint Birgit Mizera: "Wenn die Schiffsglocken geläutet wurden, da gab es diesen Holländischen Begriff für und diese Übersetzung dafür, dass diese Glocke läutet, da ist dann hinterher herausgekommen, dass die Hunde mit dem Schwanz bellen."

"Die 'Hunt' ist die Glocke und 'bellt' kommt aus dem Englischen von 'Läuten' und die Glocke läutet mit dem Klöppel sozusagen,“ sagt Ursula Otlu.

Moderne Technik für's Glockengeläut

Und Stadtarchivar Bernd Utermöhlen erklärt: Buxtehude wurde von holländischen Wasserbauern gebaut und war damals die modernste Hafengründung auf deutschem Boden. "Die Stadt bekam auch eine Kirche mit einem hohen Kirchturm. In diesem Turm wurden die Glocken schon mit einem Seil geläutet, auf dem platten Land dagegen wurden zu der Zeit die Glocken noch mit einem Hammer angeschlagen. Das Seil franste aus und erinnerte dann an einen Hundeschwanz. Die Glocken wurden Hunde genannt, und so entstand der Schnack 'Die Hunde bellen in Buxtehude mit dem Schwanz', wobei damit eben das Glockengeläut gemeint ist. Dies kündet letztlich von dem fortschrittlichen Geist der Buxtehuder Bürger, die hier diese moderne Technik schon eingeführt hatten."

Hundepostkarten und ein Bronzedackel

"Im 19. Jahrhundert, als der Schnack aufkam, waren die Buxtehuder nicht so begeistert,.. aber mit der Zeit merkte man, dass man damit ganz gut leben kann. Dass man damit auf sich aufmerksam macht und auch viele Besucher anlockt." Ab 1853 fuhr der Raddampfer Primus täglich zwischen Buxtehude und Hamburg. Buxtehude war ein attraktiver Ausflugsort für die Hamburger. Und die konnten Postkarten aus Buxtehude verschicken, mit Hunden darauf, die mit dem Schwanz bellen.

Dackel-Denkmal in Buxtehude [Quelle: Radio Bremen]
Die Buxtehuder setzten ihrem Dackel ein Denkmal.

Die Buxtehuder setzten dem Hund ein Denkmal: Vor der Sparkasse in der Bahnhofstraße thront auf einer Säule ein Dackel aus Bronze. Darunter hängt eine Glocke. Und auf einem Schild am Sockel findet man auch die Erklärung, warum die Hunde in Buxtehude mit dem Schwanz bellen.

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