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Kurz und gut

Hier stehe ich

Die Morgenandacht

28. Juni 2017, 5:55 Uhr

Pastor Johannes Müller [Quelle: Johannes Müller]
Pastor Johannes Müller [Quelle: Johannes Müller]

„Hier stehe ich, ich kann nicht anders“. Bei seinem Berlin Besuch 1964 zitiert der amerikanische Bürgerrechtler und Pastor Martin Luther King jr. mit bewegter Stimme den Wittenberger Martin Luther mit diesem berühmten Satz:

Dieser 500 Jahre alte Satz aus der Reformationszeit, kehrt bis heute immer wieder in die Gegenwart zurück. „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“ Mancher hat den Reformator Martin Luther vor Augen, wie er in Worms seine Thesen und Schriften widerrufen soll. Nach einer Bedenkzeit stellt Luther vor dem Reichstag fest, dass auch Päpste und Konzilien irren können. Er, Martin Luther, sei gefangen in dem Worte Gottes. Etwas wider das Gewissen zu tun, sei weder sicher noch heilsam. Und so schließt er mit, „Gott helfe mir, Amen.“

Martin Luther King jr. knüpft hier an. In 200 Städten des Südens der USA lernten die schwarzen Studenten in den 60iger Jahren, dass es besser sei „mit Würde ins Gefängnis zu gehen, als in Erniedrigung zu leben“. Martin Luther King jr. sagte damals in Berlin: “Es  ist der Glaube, den ich euch hier in Berlin anbefehle, der uns einen Weg gezeigt hat, wo es keinen Weg zu geben scheint. Ein lebendiger, aktiver, starke, öffentlicher Glaube an Jesus Christus, der das Amt der Versöhnung da vollendet, wo Menschen die Mauern der Feindschaft abbrechen.“

Martin Luther King jr. nimmt hier die Worte aus dem Römerbrief auf, die Martin Luther damals vor 500 Jahren in die Mitte der Reformation stellte, in denen es heißt: Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen sind, steht nun nichts mehr zwischen uns und Gott. Wir haben Frieden mit ihm. Wem verdanken wir das? Allein Jesus Christus.

Dieser Satz bedeutet: Durch den Tod und die Auferstehung von Jesus sind alle Ursachen für die Feindschaft zwischen Mensch und Gott ausgeräumt. Durch den Glauben an ihn, sind wir von Feinden zu Freunden geworden. Und dieser Friede hat auch Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen uns Menschen. Versöhnung wird möglich.

Autor: Johannes Müller, Pastor

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