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Buch-Tipp

Der Ursprung der Welt

9. Dezember 2016

"Der Ursprung der Welt" von Liv Strömquist ist ein Sachcomic und befasst sich mit der Kulturgeschichte der Vulva. Vanessa Guinan-Bank hat mit Strömquist gesprochen und findet: Ein hoch unterhaltsames, lohnenswertes Buch, bei dem Frauen und Männer, ob jung oder alt, sexuell versiert oder nicht, noch Neues über das weibliche Geschlecht erfahren können.

Gespräch mit Liv Strömquist:

Die schwedische Autorin und Zeichnerin Liv Strömquist hat eine Graphic Novel über das weibliche Geschlechtsorgan geschrieben. Vanessa Guinan-Bank hat mit ihr über die Ungleichheit zwischen Männern und Frauen und über die Ursprünge der Unterdrückung der weiblichen Sexualität gesprochen. Mit diesen Themen setzt sich die Autorin in ihrem Buch auseinander und mit der Sprachlosigkeit der Frauen gegenüber ihrem Geschlechtsorgan. Vanessa Guinan-Bank findet: Ein hoch unterhaltsames, lohnenswertes Buch, bei dem Frauen und Männer, ob jung oder alt, sexuell versiert oder nicht, noch Neues über das weibliche Geschlecht erfahren können.

Autor/-in: Vanessa Guinan-Bank
Länge: 5:10 Minuten
Datum: Samstag, 12. August 2017
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Ein beachtliches Buch

Liv Strömquists Buch ist sehr informativ, genau und gesellschaftskritisch, aber vor allem extrem lustig. Gar nicht so einfach bei solch einem Thema: Die Kulturgeschichte der Vulva ist teilweise bestürzend, wie das Buch zeigt.

Es beginnt mit einer Liste von sieben Männern, die sich sehr für das weibliche Geschlechtsorgan interessiert haben. Darunter der Corn-Flakes-Erfinder John Harvey Kellog. Er hat Gesundheitsbücher geschrieben, in denen er den Frauen von Selbstbefriedigung abgeraten hat, da es gesundheitsschädlich sei. Oder Isaac Baker-Brown, der im 19. Jahrhundert empfahl, sich die Klitoris ganz wegschneiden zu lassen. Und Augustinus vertrat im 4. Jahrhundert die Ansicht, das weibliche Genital sei verderblich, sündig und verdammenswert.

Unterhaltsam aufbereitet

Liv Strömquist benutzt eine witzige klare Sprache für ihre Figuren. Mit Ironie zeigt sie, wie absurd diese Kulturgeschichte ist. Das gilt zum Teil auch heute noch – zum Beispiel, wenn in modernen Biologiebüchern falsche Abbildungen des weiblichen Geschlechts abgedruckt sind. Und man findet humorvoll gestaltete Gegenüberstellungen: Männer lassen ihr Geschlechtsteil operativ vergrößern, Frauen lassen es verkleinern.

Liv Strömquist arbeitet unter anderem mit historischen Fotos und Lithographien. Diese werden durch Comic-Figuren kommentiert, die eine moderne, junge Sprache sprechen, die sehr witzig ist.

Fazit

Die Kulturgeschichte der Vulva ist für alle, Männer und Frauen, interessant. Auf jeden Fall lesenswert und unterhaltsam. Sie enthält zum Teil bestürzenden Fakten, aus denen deutlich wird, wie viel persönliches Leid und Scham aus dieser Kulturgeschichte der Vulva bis heute für jede einzelne Frau resultiert.

Buchbesprechung von Kerstin Burlage:
Liv Strömqist: Der Ursprung der Welt [4:32 Minuten]

Buchinfos:
Liv Strömquist: "Der Ursprung der Welt", Sachcomic, Avant-Verlag, 143 Seiten, 19,95 Euro.

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 12. August 2017, 13:40 Uhr

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