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Rainer Bock

Schauspieler

1. Februar 2017, 13:05 Uhr

Bevor sich Rainer Bock im neuen Radio-Bremen-Tatort "Nachtsicht" unangenehmen Fragen stellen muss, nahm er auf der "Wintergäste"-Bühne des Nordwestradios Platz. Gut gelaunt erzählte der 62-jährige Schauspieler aus seinem Leben – von seinem Durchbruch mit „Das weiße Band“, von wilden Siebziger Jahren und der Kindheit in Kiel als Sohn eines Sackhändlers.

Schauspieler Rainer Bock  [Quelle: Radio Bremen, Sebastian Bredehöft]
Schauspieler Rainer Bock [Quelle: Radio Bremen, Sebastian Bredehöft]

Der gebürtige Kieler, der seit 14 Jahren in München lebt, gehört zu den stillen Stars des deutschen Kinos. Erst mit 50 Jahren zog es den Theaterschauspieler, der jahrelang Mitglied des Ensembles des Bayerischen Staatsschauspiels war, zum Film. Die berühmtesten Regisseure haben ihn schon engagiert – zum Beispiel Quentin Tarantino für seinen Film "Inglourious Basterds". Darin spielt Bock einen deutschen General, eine sehr kleine Rolle. Einem Freund empfahl der Schauspieler deshalb: "Bück dich nicht nach dem Popcorn, sonst haste mich verpasst."

Porträt:
Schauspieler Rainer Bock [45:32 Minuten]

Auch von den Dreharbeiten zu "Das weiße Band" (2009) erzählt der Wintergast Rainer Bock im Gespräch mit Moderatorin Katrin Krämer. Darin spielt er einen Dorfarzt, und zwar keinen sehr netten: Im Film erniedrigt er seine Geliebte und missbraucht seine Tochter (vermutlich). Einen  Missbrauchs-Vater darzustellen, war etwas, was ihm schwer zu schaffen machte, berichtet der Schauspieler.

Es ist und bleibt natürlich ein Film. Und trotzdem war da dieses Gefühl, dass ich als Missbrauchs-Vater dort auftauche – das ging mich hart an.

Dreharbeiten mit Spielberg

Und auch in einem Film von Steven Spielberg  hat Bock schon mitgespielt: "Gefährten". Dabei erinnert sich Rainer Bock besonders an eine Szene bei den Dreharbeiten, die nicht so recht "flutschen" wollte: Über 400 Komparsen mussten jedesmal neu in Stellung gebracht werden – für Rainer Bock ein schauspielerischer Albtraum. Von Spielberg wurde ihm auch sein komisches Talent bescheinigt, denn nach den Dreharbeiten zu "Gefährten" riet ihm der Regisseur, unbedingt auch in Komödien zu spielen. Gerne will Bock die Vielseitigkeit, die er am Theater demonstriert hat, auch im Kino zeigen. Das hat im vergangenen Jahr ganz gut geklappt: So war er an der Seite von Matthias Schweighöfer in "Der geilste Tag" zu sehen oder in der hochgelobten norddeutschen Komödie "Schrotten!"

Ein Nachbericht zur Veranstaltung:
Rainer Bock war unser Wintergast 2017 [2:52 Minuten]

Vom Café-Betreiber zum Schauspieler

Nach dem Abitur in Kiel war Rainer Bock politisch engagiert – als Anti-AKW-Aktivist. Irgendwann hat er gemeinsam mit einem Freund ein Café in Kiel eröffnet. "Eine ganz tolle Zeit" sei das gewesen, "da flog auch schon mal eine Schwarzwälder Kirschtorte in die Vitrine", so Bock.

Kollegen vom Kieler Schauspielhaus waren Stammgäste. Und der Effi und ich haben auch viel Quatsch hinterm Tresen gemacht. Und die sagten dann: "Sag mal, willst du das nicht mal beruflich machen?" Ich sagte: "Wollt ihr mich verarschen?" Aber irgendwann löckte der Stachel dann...

Als er seinen Eltern dann den Entschluss, auf die Schauspielschule zu gehen, mitteilte, herrschte im elterlichen Wohnzimmer erstmal Stille. Doch dann sagte sein Vater: “Wenn du das machst, gebe ich dir 400 Mark im Monat dazu."

Über seine Zeit an der Schauspielschule mit dem Kollegen Axel Prahl, über das wilde WG-Leben und vieles mehr plauderte der Schauspieler mit Moderatorin Katrin Krämer, die bestens über viele Einzelheiten seines Lebens informiert war. "Wenn mir mal was nicht mehr einfällt, rufe ich Sie an", so Rainer Bock gegen Ende des Gesprächs.

Das Gespräch zum Anhören:
Rainer Bock [44:50 Minuten]

Unsere Wintergäste 2017:

Barbara Kostolnik, Jean Asselborn und Wladimir Kaminer

Der neue "Tatort" aus Bremen mit Rainer Bock:

Nachtsicht
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