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Patricia Peisker

Reitpädagogin, Coach, Hofchefin und Autorin

7. August 2017, 13:05 Uhr

Sie stammt aus einer Cuxhavener Hotelier-Familie, bekam mit fünf ihr erstes Pony und kann sich ein Leben ohne ihrem täglichen Ausritt nicht vorstellen. Patricia Peisker aus Nordholz hat das Hobby zum Beruf gemacht, ist seit mehr als 25 Jahren selbstständig und arbeitet nach einem Unfall, bei dem sie quasi ein Auge verlor, inzwischen vor allem als Coach für Persönlichkeitsentwicklung – natürlich mit tierischer Unterstützung durch ihre Pferde.

Patricia Peisker [Quelle: Radio Bremen, Mario Neumann]
Patricia Peisker [Quelle: Radio Bremen, Mario Neumann]

Ponyhof-Traum realisiert

In der Ferne zu studieren oder in einer Großstadt zu leben war für Patricia Peisker undenkbar. Sie hat sich bewusst fürs Landleben entschieden, weil Pferde für sie immer die erste Rolle spielten und immer noch spielen. "Sie geben mir unheimlich viel Sicherheit, Selbstbewusstsein, Zufriedenheit und jede Menge Lebensfreude und Spaß", sagt die 51-Jährige. Also machte sie, weil es zwingende Voraussetzung für das Fernstudium Sozialpädagogik/Reitpädagogik war, nach dem Fachabitur zunächst eine Ausbildung als Erzieherin im Kindergarten.

In einer Cuxhavener Brennpunkt-KiTa konnte sie ihre Pferde erstmals therapeutisch einsetzten und Kindern mit Problemen helfen. Sie baute einen Kinderbauernhof auf, der irgendwann aus allen Nähten platze und übernahm dann gemeinsam mit ihrem Mann, der wegen der Weften-Krise plötzlich ohne Arbeit war, einen Reiterhof in Sahlenburg, hatte dort 100 Pferde stehen. Weil keiner der drei Söhne in das Geschäft mit einsteigen wollte, wechselte die Familie schließlich auf einen kleineren Hof. Reitturniere im Fernsehen laufen bei Patricia Peisker so gut wie nie. Aus ihrer Sicht werden da Ansprüche an die Pferde gestellt, die deren Natur nicht mehr gerecht werden. Sie ist Pferde-verliebt.

Ich hab das Gefühl, ich bin mit meinen Pferden eins. Ich sage immer, sie können lesen und schreiben und verstehen tatsächlich jedes Wort. Und das wird mit jedem Tag inniger, das Verhältnis. Wenn die mich so angucken, und dann blinzeln die mir zu. Und das ist einfach schön, so mit denen jeden Tag zu leben.

Rückschläge gemeistert

Ohnmacht nach einem Reitunfall im Watt und ein verirrter Stein, der Patricia Peisker beim Rasenmähen ein Auge kaputt macht – beide Male merkt die Pferdefrau, wie leicht sich im Leben alles ändern kann. Familie und Freunde stehen zu ihr, auch eine Auszeit in Namibia hilft weiter. Weil sie wegen der eingeschränkten Sehfähigkeit nicht mehr als Reitlehrerin arbeiten darf, sattelt sie um auf pferdegestütztes Coaching. Die Tiere sind die perfekten Co-Trainer, ist sie überzeugt, denn: "Pferde spiegeln unser Inneres und unser Verhalten absolut wieder." Gestresste Manager, Alleinerziehende, behinderte oder kranke Menschen – regelmäßig rollen Tränen, wenn Dinge ins Lot gebracht werden. Peiskers Analyse:

Das größte Problem ist, dass die Menschen zu wenig miteinander reden. Jeder schluckt seine Sorgen und seine Ängste runter. Bis zu einem gewissen Punkt, an dem sie es nicht mehr aushalten können, die Belastbarkeitsgrenze  überschritten ist und es dann eben zu massiven Entwicklungs- oder Persönlichkeitsstörungen kommt.

Das Gespräch zum Anhören:
Reitpädagogin Patricia Peisker [34:37 Minuten]

Moderation: Mario Neumann

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 7. August 2017, 13:05 Uhr

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