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Aktenzeichen H5N8 ungelöst

Woher kommt der Geflügelpestvirus wirklich?

21. März 2017, 15:00 Uhr | Wardenburger Hof

Die Vogelgrippe ist zurück; inzwischen sind 13 Bundesländer und drei Kontinente betroffen. Wie konnte sich die Seuche dermaßen schnell ausbreiten? Sind wirklich Zugvögel die Ursache? Darüber diskutierten wir bei Nordwestradio unterwegs.

Hühner in Bodenhaltung [Quelle: Radio Bremen]
Für Geflügel gilt seint Monaten die Stallpflicht. Trotzdem grassiert die Vogelgrippe weiter.

Mitschnitt der Diskussion:
Auslöser der Vogelgrippe [40:35 Minuten]

Ende November kamen die ersten erschreckenden Meldungen: Tote Wildvögel in Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, aber auch in der Schweiz, Ungarn und Polen beunruhigten Landwirte und Wissenschaftler. Die sofort verordnete Stallpflicht für Geflügel konnte es nicht verhindern: Die Vogelgrippe ist zurück. Und die aktuell grassierende Geflügelpest hat ein bisher unbekanntes Ausmaß erreicht. Dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zufolge hat die Seuche inzwischen 13 Bundesländer und drei Kontinente erfasst. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit sei beachtlich, sagt Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Löffler-Instituts. Noch haben sich keine Menschen infiziert, aber Entwarnung ist nicht in Sicht.

Hohes Risiko durch Geflügelproduktion

Wie konnte sich die hochansteckende Variante des H5N8-Virus (H5N8 HPAI) in kurzer Zeit von Korea bis nach Europa und Nordafrika verbreiten? Unter Verdacht stehen einerseits Zugvögel, andererseits die weltumspannenden Handelsbeziehungen der Geflügelindustrie mit dem Transport von Eiern, Küken, lebendem Geflügel und Geflügelprodukten.

Überzeugende Beweise für Zugvögel als "Schuldige" fehlen weiterhin, betont die den Vereinten Nationen zuarbeitende Wissenschaftliche Arbeitsgruppe Vogelgrippe und Wildvögel (Scientific Task Force on Avian Influenza and Wild Birds) in einer jetzt veröffentlichten Stellungnahme. "Es sind weder Mechanismen noch Arten bekannt, die es ermöglichen würden, H5N8 HPAI über lange Vogelzugstrecken zu transportieren, ohne gleichzeitig zum Tod der Virenträger zu führen." Dagegen bleibe "das Risiko der Virus-Weitergabe durch Geflügelproduktion und -handel hoch". Je länger die Epidemie andauert, desto größer wird der wirtschaftliche Schaden für die Tierhalter und Fleischexporteure, vor allem in Niedersachsen.        

Die Vogelgrippe ist zurück; inzwischen sind 13 Bundesländer und drei Kontinente betroffen. Wie konnte sich die Seuche dermaßen schnell ausbreiten? Sind wirklich Zugvögel die Ursache? Darüber diskutieren wir bei Nordwestradio unterwegs.

Autor/-in: Anja Goerz
Länge: 4:17 Minuten
Datum: Dienstag, 21. März 2017
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Fragen:

  • Wird das Virus durch Zugvögel eingeschleppt oder geraten die Vogelgrippe-Viren vor allem durch die Stoffströme der Geflügelwirtschaft in die Betriebe?
  • Ist die Ursachenforschung bei der Geflügelpest einseitig?
  • Welche Hilfe benötigen die betroffenen Landwirte?

Gesprächsteilnehmer:

  • Friedrich-Otto Ripke, Präsident des Zentralverbands der Deutschen Geflügelwirtschaft e. V. (ZDG)
  • Christian Meyer, Bündnis 90/die Grünen, Minister für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz)
  • Prof. Dr. Eberhard Haunhorst, Präsident des Landesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES)
  • Werner Hupperich, Wissenschaftsforum Aviäre Influenza)
  • Eckhard Wendt  (Putenhalter Großenkneten)

Moderation: Stefan Pulß  
Redaktion: Hilke Theessen

Genaue Adresse:
Wardenburger Hof
Oldenburger Straße 255
26203 Wardenburg

Veranstaltungstermin:
21. März 2017, 15:00 Uhr

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