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Civil Disobedience

Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat von Henry David Thoreau

2. Juli 2017, 17:05 Uhr

Henry David Thoreau veröffentlichte 1849 aus Protest gegen die amerikanische Eroberungs- und Sklavenpolitik den Essay "Civil Disobedience". Der Text ist ein zeitlos gültiges Pamphlet – scharfzüngig und ironisch, kompromisslos in den Thesen und gleichzeitig von großer poetischer Kraft.

Illustration einer Gruppe kopfloser Anzugträger [Quelle: Radio Bremen]
Kopflose Anzugträger
Wenn ein Mensch frei ist in seinen Gedanken, frei in seiner Phantasie und seiner Vorstellung, also in den Dingen, die nie für lange Zeit leblos bei ihm bleiben, dann können unkluge Herrscher oder Reformapostel ihm nie gefährlich in die Quere kommen.

Henry David Thoreau veröffentlichte 1849 aus Protest gegen die amerikanische Eroberungs- und Sklavenpolitik den Essay "Civil Disobedience" (Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat). Der Text ist ein zeitlos gültiges Pamphlet – scharfzüngig und ironisch, kompromisslos in den Thesen und gleichzeitig von großer poetischer Kraft. Eine Freiheitslehre von großer Wirkung und großer Poesie und eines jener Bücher, die die Welt nachhaltig beeinflussten.

Gandhi bediente sich der Schrift, ebenso Anhänger der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Hippies und Wehrdienstverweigerer ließen sich davon inspirieren. 150 Jahre nach Thoreaus Tod kann der Text verstanden werden als aktueller Beitrag zur gegenwärtigen politischen Lage in Amerika und Europa.

In diesem zweisprachig angelegten Hörspiel von Kai Grehn spricht ein Vortragsredner in einer (fiktiven) öffentlichen Institution. Der Vortrag wird in amerikanischer Sprache gehalten und von zwei Schauspielern im Wechsel ins Deutsche übersetzt. Eine klassische Live-Übertragungssituation, die es den Hörern, vor allem jenen ohne Kenntnis des Textes und des Schriftstellers Thoreau, ermöglicht, die Rede im Heute zu verorten.

Hörprobe [2:14 Minuten]

Mitwirkende:

  • Gary Farmer
  • Dagmar Manzel
  • Nina Hoss

Regie: Kai Grehn
Produktion: Radio Bremen 2012
Länge: 53'40



Henry David Thoreau (1817-1862) war Lehrer, Bleistiftfabrikant, Philosoph, Schriftsteller, Naturbeobachter und Revolutionär. Er lebte fast zeit seines Lebens in und um Concord/Massachusetts.

Kai Grehn, geboren 1969, wuchs in Ostberlin auf. Arbeiten als Postzusteller, redaktioneller Mitarbeiter sowie als Regie-Assistent beim Tanztheater Skoronel, Studium der Theaterregie an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch". Seitdem Arbeiten fürs Theater und Hörspiel, Prosaarbeiten und Übersetzungen aus dem Englischen. Grehn erhielt unter anderem das Arbeitsstipendium für Berliner Schriftsteller 2005 und den Prix Marulic Spezialpreis 2001 und 2005. Mit seiner Hörspielfassung von Herta Müllers "Atemschaukel" wurde er für den Deutschen Hörbuchpreis 2011 nominiert. Erhielt 2012 den Deutschen Hörbuchpreis (Besonderer Wagemut) für die Hörspielbearbeitung von "Die künstlichen Paradiese" nach Charles Baudelaire. Kai Grehn lebt als freier Autor und Regisseur in Berlin.

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