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Pat Appleton

4. August 2017

Pat Appleton, Sängerin mit deutsch-libanesischen Wurzeln, war jahrelang die Stimme von De-Phazz und tourte mit der Jazzkantine. Im April trat sie auf der Jazzahead auf, jetzt ist sie wieder in Bremen und tritt im Haus am Walde auf. Davor war sie bei uns im Studio.

Pat Appleton [Quelle: DPA]
Pat Appleton [Quelle: DPA]

Die Zusammenarbeit mit DePhazz, den Nighthawks und der Jazzkantine brachten Pat Appleton immerhin schon zwei Jazz-Awards der Deutschen Phonoakademie ein. Trotzdem geht sie jetzt wieder als Solistin nur mit ihrer Stimme und ihrer charismatischen Präsenz auf die Bühne. Es war mal wieder Zeit zu schauen, wo sie sich solo auf dem Markt platzieren kann und ihre eigenen Gedanken ganz allein umzusetzen, erzählt sie im Gespräch. Dafür spielte sie mit ihrem Berliner Jazz-Quintett um den Pianisten Sebastian Weiß neue Songs ein. Auf dem neuen Album "A Higher Desire" sind überwiegend elegante Balladen mit teils vertrackten Rhythmen und die Texte sind diesmal wider auf Englisch.

Im Jazz und Soul verortet

Gespräch mit Pat Appleton zum Open-Air-Konzert im Haus am Walde.

Autor/-in: Marion Cotta
Länge: 5:31 Minuten
Datum:
Sendereihe: Nordwestradio | Nordwestradio

Auf dem letzten Album hatte sie auf Deutsch gesungen, nun kehrt sie zurück zum englischsprachigen Jazz. Lachend berichtet sie, dass sie sich schnell in einem Genre langweile und deshalb immer mal wieder "Haken schlagen" müsse. Sehr zum Leidwesen derer, die das dann verkaufen müssen. Sie würde sich nicht nur im Jazz verorten, sondern auch im Soul. Ihren Sound bezeichnet sie als Popjazz, der nicht viel mit Freejazz zu tun hat, erklärt sie, damit die Leute nicht verschreckt werden, die mit Jazz nichts anfangen können.

Das neue Album entstand neben Tourneen und der musikalischen Hintergrundarbeit für Fernseh-und Filmproduktionen ganz entspannt in den letzten anderthalb Jahren. Das war dadurch möglich, dass sie mit vielen anderen Berliner Musikern zusammengearbeitet hat, mit denen sie sich ab und zu morgens zusammensetzen konnte, um so ein bisschen rumzuspinnen, wie sie es nennt. Die Reaktionen des Publikums auf das neue Album sind positiv bis auf einige überraschte Fans, die wieder deutsche Texte erwartet hatten. Für die bietet sie aber auch wieder einige deutsche Songs an.

Songs ohne viel Schnick Schnack

Im Gegensatz zum elektronischen Sound von De-Phazz, hat sie mit dem Berliner Quintett hauptsächlich analog gearbeitet. Ihr war es wichtig, dass man die Songs eins zu eins "ohne viel Schnick Schnack" auf die Bühne transportieren kann. So kann sie die Songs auch nur mit Sebastian Weiß am Piano präsentieren und erreicht dadurch einen puren und natürlichen Sound, auf den sie mal wieder Lust hatte. Generell schätzt sie die deutsche Jazzszene sehr bewegt ein, vor allem in Berlin. Allerdings würden die jungen Musiker nicht immer Gehör finden, werden von den Platzhirschen der Szene nicht beachtet oder eben nicht angemessen bezahlt. Trotz der Berührungsängste vieler Leute mit dem Jazz, sieht sie gute Chancen für die Zukunft.

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 4. August, 14:09 Uhr.

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