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Blitzmarathon 2017

Mit Tempo 104 durch die 50er-Zone

20. April 2017, 8:15 Uhr

7.479 Fahrzeuge hat die Bremerhavener Polizei im Rahmen des Blitzmarathons 2017 am 20 Stellen im Stadtgebeit erfasst. 306 davon waren zu schnell unterwegs.

Nach dem Erfolg des Vorjahres nimmt die Bremerhavener Polizei wieder am "Blitzmarathon" teil. Nicht jede Stadt ist von dem Nutzen des Blitzmarathons überzeugt. In Bremerhaven hielt sich heute die Mehrheit der Autofahrer an das Geschwindigkeitslimit, jedoch gab es auch Ausnahmen.

Autor/-in: Bastian Demann
Länge: 1:09 Minuten
Datum: Mittwoch, 19. April 2017
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Mit Tempo 104 durch die 50er-Zone

Die Bremerhavener Polizisten sprachen 297 Verwarnungen aus, acht Anzeigen wurden geschrieben. In vier Fällen droht ein Fahrverbot. Sorge bereiteten den Beamten die Spitzenwerte, die gemessen wurden: So lagen die drei Höchstwerte in den 50er-Zonen bei 104, 97 und 81 Kilometern pro Stunde. In einer 30er-Zone fuhr ein Autofahrer mit Tempo 44 an der Kontrollstelle vorbei. Insgesamt wurden mehr Geschwindigkeitsübertretungen gemessen als bei der Aktion vor einem Jahr, es sind aber auch mehr Fahrzeuge kontrolliert worden. Die Aktion soll dazu beitragen, das Bewusstsein der Bevölkerung für die Gefahr des zu schnellen Autofahrens zu schärfen, steht in einer Erklärung der Ortspolizeibehörde Bremerhaven.

In Bremerhaven hatte die Polizei beim Blitzmarathon 2016 die Geschwindigkeit von insgesamt 8.194 Fahrzeugen gemessen. 297 von ihnen waren trotz der großangelegten Ankündigung zu schnell unterwegs. Einer fuhr statt der erlaubten 30 Kilometer pro Stunde mit Tempo 64.

Kritik an Bremen Verhalten

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) kritisierte im Zusammenhang mit dem Blitzmarathon Bremens Haltung. Wie viele andere Bundesländer hätte Bremen der Aktion offiziell eine Absage erteilen müssen, so der Gewerkschaftsvorstand. Sicherheitsarbeit auf den Straßen passiert an 365 Tagen im Jahr, stellte der Landeschef der GdP, Jochen Kopelke, klar. Ein besonderer Tag sei daher weder nötig noch möglich. Dafür habe die Polizei zu wenig Leute.

Im Gegensatz zum "Blitzmarathon", sind permanente Blitzer oftmals eine böse Überraschung. Die Standorte der Blitzer kennenzulernen, ist ein schmerzhafter, weil teurer Lernprozess.

Autor/-in: Christian Dohle
Länge: 2:28 Minuten
Datum: Mittwoch, 19. April 2017
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Mit Tempo 104 durch die 50er-Zone

Die Bremer Innenbehörde räumte ein, dass es tatsächlich zu wenig Personal gibt. Dennoch unterstütze sie den Blitzmarathon in abgespeckter Form. Zu schnelles Fahren sei wirklich ein wichtiges Thema. In Bremerhaven sind weniger Polizisten als in den Vorjahren für den Blitzmarathon abgestellt, in Bremen gar keine. Dort werden einfach nur die Ergebnisse der ohnehin geplanten Geschwindigkeitskontrollen an diesem Tag an eine zentrale Blitzmarathon-Stelle gemeldet.

Nicht angepasste Geschwindigkeit ist bei uns immer noch Unfallursache Nummer 1!

Polizei Bremerhaven in einer Mitteilung

Kosten & Folgen

Wer innerorts zwischen 21 und 25 Kilometer pro Stunde zu schnell fährt und dabei erwischt wird, muss ein Bußgeld von 80 Euro zahlen und erhält einen Punkt in Flensburg. Radarwarner und Blitzer-Apps sind in Deutschland verboten. Wer gegen das Verbot verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen ein Bußgeld von 75 Euro und ein Punkt.

Niedersachsen hat dieses Jahr komplett auf einen Teilnahme an der Aktion verzichtet. Auch Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern machten nicht mit. Diese Bundesländer begründeten ihre Entscheidung mit der angespannten Personalsituation bei der Polizei. "Zu viele Überstunden und zu viel zu tun", war von vielen Seiten zu hören. Berlin hatte bereits vergangenes Jahr angekündigt, beim Blitzmarathon nicht mehr mitzumachen. In der Hauptstadt soll es stattdessen einen Verkehrssicherheitstag geben.

Blitz-Marathon in Bremerhaven [Quelle: bing]

ADAC befürwortet die Aktion trotz Kritik

Die häufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle ist nicht angepasste Geschwindigkeit. Im vergangenen Jahr sind auf Deutschlands Straßen 3.206 Menschen gestorben, das sind 7,3 Prozent weniger als 2015. Ungeachtet des deutlichen Rückgangs ruft der ADAC zu weiteren Anstrengungen bei der Verbesserung der Verkehrssicherheit auf. Dazu sollte vor allem nachts, an Wochenenden und auf Motorradstrecken kontrolliert werden. Die massenhafte Ahndung geringfügiger Überschreitungen im Berufsverkehr fülle zwar die Staatskassen, würde jedoch nur wenig zur Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen.

Blitzgerät steht hinter einem Busch in Bremerhaven [Quelle: Radio Bremen, Bastian Demann]
In Bremerhaven hat es am Mittwoch häufig geblitzt. [Quelle: Radio Bremen, Bastian Demann]

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 19. April 2017, 19:30 Uhr

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