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Nach Großbrand in Bremen

Modehaus-Chef zeigt Staatsanwälte an

20. April 2017, 15:24 Uhr

Der Geschäftsführer des Bremer Modehauses "Harms am Wall" hat, wie angekündigt, Strafantrag gegen die Staatsanwaltschaft Bremen gestellt. Er sieht sich von der Behörde wegen des Feuers in dem Kaufhaus zu Unrecht verdächtigt, beleidigt und verleumdet.

Brand am Wall in Bremen [Quelle: Radio Bremen]
Die Nacht, als in der Bremer Innenstadt das Modehaus "Harms am Wall" brannte.

Zuvor hatte ihn das Bremer Landgericht Ende März vom Vorwurf der schweren Brandstiftung freigesprochen. Die Bremer Staatsanwaltschaft hielt auch nach dem Freispruch an ihrem Verdacht gegen ihn fest. Ein Sprecher sagte damals nach der Urteilsverkündung: "Die Staatsanwaltschaft geht nach wie vor davon aus, dass wir hier die Richtigen angeklagt haben und dass wir von der Unschuld der Angeklagten in keinster Weise überzeugt sind."

Alle Vorwürfe laut Freispruch null und nichtig

Das sei so nicht hinzunehmen, schließlich habe der Prozess das Gegenteil gezeigt, sagt Modehaus-Chef Eulenbruch, auch mit Blick auf den Großbrand vor zwei Jahren: "Im Laufe des Prozesses sind alle Indizien der Staatsanwaltschaft pulverisiert worden. Dann nach dem Freispruch hinzugehen... Mein Anwalt sieht darin eine Straftat." 

Staatsanwaltschaft bisher ohne Stellungnahme

Die Bremer Staatsanwaltschaft wollte sich bislang nicht zum gestellten Strafantrag äußern. Strafrechtler sehen in Eulenbruchs Vorhaben wenig Aussicht auf Erfolg.

Hans Eulenbruch im Gerichtssaal. [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]
Ex-Modehaus-Geschäftsführer Hans Eulenbruch kurz nach dem Freispruch Ende März. [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]

Modehaus-Chef war lange Zeit der Hauptverdächtige

Laut Eulenbruch laufen der oder die Brandstifter immer noch frei herum. Dabei habe der Prozess deutlich gemacht, dass er nicht der einzige Verdächtige sein könne, so Eulenbruch zu Radio Bremen.

Eulenbruch früh unter Verdacht

Der 64-Jährige galt schon kurz nach dem Großbrand des Modehauses Harms am Wall vor zwei Jahren als Hauptverdächtiger, saß fünf Monate in Untersuchungshaft und beteuerte von Anfang an seine Unschuld. Weil die Ankläger auch nach dem Freispruch seine Unschuld in Frage stellten, will er sie jetzt zur Rechenschaft ziehen

Mehr zum Thema sendet Radio Bremen "buten und binnen" heute abend ab 19:30 im Radio-Bremen-Fernsehen.

Harms-Chef will gegen Staatsanwälte vorgehen

Dieses Thema im Programm: "buten un binnen", 20. April, 19:30 Uhr

Hans Eulenbruch stellt Strafanzeige
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