Nachrichten

Home Nachrichten Gesellschaft

Reaktionen auf Bildungsmonitor

Bremen soll mehr Geld in Bildung investieren

18. August 2016, 18:30 Uhr

Bremen müsse mehr Geld in das Bildungssystem investieren. Darin sind sich die bildungspolitischen Sprecher der SPD und aus der Opposition, der CDU, der FDP und der Linken, einig. Die Politiker reagieren damit auf den aktuellen Bildungsmonitor, der von der arbeitgebernahen "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" in Auftrag gegeben wurde. Der zeigt auf, dass Bremen am wenigsten Geld pro Schüler investiert.

Eine Lehrerin steht an einer Tafel [Quelle: DPA, Julian Stratenschulte]
Ganz vorne im aktuellen Bildungsmonitor liegt Sachsen. Schlusslicht ist wie im vergangenen Jahr Berlin. [Quelle: DPA, Julian Stratenschulte]

Laut Bremer Bildungsbehörde wurde der Bildungsetat in den vergangenen Jahren schon laufend erhöht. 2013 habe Bremen dafür noch gut 570 Millionen ausgegeben, zwei Jahre später schon 30 Millionen Euro mehr. Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Kristina Vogt, fordert trotzdem, die Bildungsausgaben weiter zu steigern. Dem stimmt der CDU-Kollege Thomas vom Bruch zu und will, dass in Bremen Vorschule und Grundschule besser verzahnt und mehr Lehrer eingestellt werden.

Mustafa Güngör (SPD) sieht noch "Luft nach oben"

Auch der bildungspolitische Sprecher der SPD, Mustafa Güngör, hätte gern mehr Geld für Bremer Schulen. Im aktuellen Doppelhaushalt sei der Etat zwar weiter angehoben worden. Trotzdem sieht Güngör noch "Luft nach oben". Die bildungspolitische Sprecherin der FDP, Julie Kohlrausch, zeigte sich entsetzt über die Ergebnisse des Bildungsmonitors. Sie zeigten, dass die Schulen überfordert sind und mehr Personal brauchten. Die finanzielle Ausstattung der Bremer Schulen müsse oberste Priorität des Senats sein. Der bildungspolitische Sprecher der Grünen wollte sich zum Bildungsmonitor nicht äußern.

Bremen und Niedersachsen haben sich beim Bildungsmonitor im Vergleich zum vergangenen Jahr um jeweils einen Platz verschlechtert. Demnach belegt Bremen nun Rang 12, Niedersachsen Rang 9. Am schlechtesten schneidet Bremen bei den Investitionen ins Schulsystem ab. Kein anderes Bundesland gibt laut Bildungsmonitor weniger Geld pro Schüler aus. Schlusslicht ist Bremen auch in Sachen Schulqualität. Das sehe man daran, dass die Schüler hier besonders schlecht in Mathematik und den Naturwissenschaften sind.

Universität und Hochschulen dagegen herausragend

Herausragend seien dagegen Universität und Hochschulen in Bremen und Bremerhaven. Dort würden besonders viele Akademiker im naturwissenschaftlichen Bereich ausgebildet. Insgesamt habe sich Bremen etwas verbessert, so die Studie – doch im Vergleich zu anderen Bundesländern fällt das Bildungssystem trotzdem zurück.

Der Bildungsmonitor bemängelt für Niedersachsen insbesondere, dass weniger Grundschüler hier eine Fremdsprache lernen als anderswo. Außerdem ziehe Niedersachsen im Vergleich zu anderen Bundesländern am zweitwenigsten Studienanfänger an.

Nachrichten