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Theater Bremen

"La Damnation de Faust"

Poschners letzte Oper in Bremen

20. März 2017

Ein Faust, der am Anfang Ungarn besucht und in der Hölle endet? Der französische Komponist Hector Berlioz ging sehr frei mit Goethes epochalem Werk "Faust" um. Berlioz' konzertantes Stück wurde später zu einer Oper umfunktioniert. Jetzt ist sie am Theater Bremen zu sehen.

Szene aus dem Stück "La damnation de Faust". [Quelle: Theater Bremen, Jörg Landsberg]
Theaterszene: La Damnation de Faust [Quelle: Theater Bremen, Jörg Landsberg]

Margit Ekholt hat sich die Generalprobe angesehen.

"La Damnation de Faust" am Theater Bremen [5:11 Minuten]

Anspruchsvoll

Die Musik dieses Werkes ist geprägt durch Vielfältigkeit, Farbigkeit und Facettenreichtum und stellt sowohl das Orchester wie auch die Sängerinnen und Sänger vor besondere Herausforderungen. Wohl deshalb wird die Oper so selten gespielt.

Berlioz' besondere Faust-Version

Hector Berlioz war total fasziniert von Goethes Werk, aber er ging frei damit um: So lässt der Komponist seine Geschichte zum Beispiel in Ungarn beginnen, um einen ungarischen Marsch in dem Opus unterzubringen. Berlioz gilt als ein wichtiger Vertreter der Romantik in Frankreich. Für die damalige Zeit waren seine Kompositionen revolutionär und wurden kaum verstanden. Auch dieses Werk fiel bei der Uraufführung 1846 durch.

Letzte Oper von Dirigent Poschner in Bremen

Am Bremer Dirigentenpult steht Generalmusikdirektor Markus Poschner. Er verlässt die Hansestadt nach zehn Jahren und hat sich diese Oper zum Abschied gewünscht, weil sie ihn besonders fasziniert. Markus Poschner:

La Damnation de Faust steht bei mir ganz oben auf dem Speisezettel. Das ist für uns Musiker, für das Orchester eine ganz besondere Herausforderung und ein unglaubliches Erlebnis, das zu spielen. Es ist eine perfekte Partitur, die man fast nicht perfekt spielen kann, weil sie so schwer ist für alle Instrumente. Die Musik ist höchst virtuos in einem Grenzbereich, was alle Parameter betrifft: Dynamik, Tempo, Farben.

Regie führt Paul-Georg Dittrich, der vor einiger Zeit in Bremen bereits die Oper "Wozzeck" realisiert hatte.

Spektakuläre Bühne

In dieser Inszenierung des "Faust" fällt zunächst die spektakuläre Bühne auf: Eine Rampe ragt weit in den Zuschauerraum hinein. Das Bühnenbild und die opulenten Kostüme und Masken sind überwiegend schwarz-weiß. Faust wird gezeigt als depressiver Lonely Hero, auf der Suche nach Glück und dem Sinn des Lebens. Mephisto kommt dagegen als lebenslustiger, eleganter Verführer daher. Beide tragen die gleichen weißen Fräcke, wie zwei Teile einer Person.

Szene aus dem Stück "La damnation de Faust". [Quelle: Theater Bremen, Jörg Landsberg]
Theaterszene: La Damnation de Faust [Quelle: Theater Bremen, Jörg Landsberg]

Raffinessen für Augen und Ohren

Der große Chor und Kinderchor sind dabei, es gibt viele technische Raffinessen, hinzu kommen Videoeinspielungen und Schattenspiele. Ein Abend, der den Augen und Ohren der Besucher sehr viel bietet; und für Musikliebhaber ein absoluter Leckerbissen.

Vorstellungen im Theater am Goetheplatz
Die Premiere war am 18. März 2017. Weitere Termine: 29. März / 7., 20., und 30. April / 13. und 28. Mai / 15. und 24. Juni.

La Damnation de Faust Letzte Theater-Premiere für Markus Poschner [2:59 Minuten]

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