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Bundesliga-Spieltage

So viel verdient Bremen an den Werder-Fans

18. Mai 2017

Sie essen, trinken und manche übernachten auch – bei Heimspielen von Werder verdienen Gastronomen, Hoteliers und auch Taxifahrer mit. Doch wie viel Geld bleibt davon in der Stadtkasse übrig?

Ein Fan mit Werderschal hält drei Bratwürste. [Quelle: DPA, Jörg Sarbach]
Der Hunger der Werder-Fans bedeutet auch für viele Gastronomen und Kiosk-Betreiber in der Stadt mehr Gewinn. [Quelle: DPA, Jörg Sarbach]

59 Euro gibt ein Fußballfan im Schnitt laut einer Fallstudie des "Center for Sports and Management" an einem Spieltag aus: 25 Euro davon im Stadion , 34 Euro auf dem Weg dahin – an Kiosken, in Kneipen oder in Restaurants. Auch die Bremer Touristik-Zentrale geht davon aus, dass Tagesgäste im Schnitt 34 Euro in der Stadt lassen. Das läppert sich. Nimmt man an, dass im Schnitt etwa 4.000 Gästefans und rund 36.000 Werder-Anhänger das Stadion besuchen, ergibt sich eine Summe von 2,36 Millionen Euro – und das an nur einem Spieltag.

Rund 2,5 Millionen Euro pro Spieltag

Ein kleiner Teil der Fans von auswärts übernachtet auch in Bremen. Dafür fallen dann pro Kopf und Tag nochmal rund 186 Euro an. Das ist ein Durchschnittswert, den die Touristik-Zentrale für Hotelgäste insgesamt ermittelt hat. Rund 2,5 Millionen Euro Umsatz am Spieltag sind daher keine Ausnahme. Das nützt natürlich zunächst einmal den Unternehmern im Gastgewerbe: Hoteliers, Restaurant- und Kneipenbesitzern.

Grafik: Das gibt ein Stadionbesucher in Bremen aus [Quelle: Radio Bremen, Marissa Kimmel]
Quelle: Schätzung auf Basis einer Fallstudie von Center for Sports and Management in Bezug auf andere Bundesligastädte, eigene Rechnung und *Bremen Touristik [Quelle: Radio Bremen, Marissa Kimmel]

Doch auch Bremen profitiert davon: Etwa zwei Prozent der Umsätze an einem Spieltag fließt an Steuern in die Stadtkasse zurück. Das besagt die Studie des Center for Sports and Management am Beispiel von (Bayer) Leverkusen. Für Bremen wären das um die 50.000 Euro pro Spieltag. 
Weitere Steuern zahlen die vielen Zulieferbetriebe und auch für die Mitarbeiter bei einem Heimspiel und in der Zulieferung fallen Abgaben an. Wie viel genau anschließend im Stadtsäckel landet, lässt sich nicht sagen. Allerdings bedeuten die Spiele für Bremen offenbar ein ordentliches Plus. Das Bundeswirtschaftsministerium jedenfalls schätzt, dass Städte, in denen Fußball-Bundesligaspiele stattfinden, rund um das Spiel deutlich mehr einnehmen als sie ausgeben.

Werder hat Werbewert von 6 Millionen Euro

Werder selbst ist auch ein großer Werbefaktor für die Stadt: Eine Studie der Hochschule Bremen schätzt den Werbewert des Klubs auf sechs Millionen Euro. Das heißt: Um den gleichen Werbe-Effekt für Bremen zu erzielen, müsste man bei der Stadt eben diese sechs Millionen in die Hand nehmen und für Werbespots, Plakate usw. ausgeben.

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 18. Mai 2017, 15.40 Uhr

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