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BSAG

Neue Straßenbahnen sollen Notrufschalter bekommen

20. April 2017

In der Bahn beklaut, bedrängt oder blöd angemacht werden, das ist in Bremen zum Glück selten. Um die Zahl der Straftaten gering zu halten, arbeiten Polizei und BSAG bereits seit zehn Jahren zusammen. In den neuen Straßenbahnen soll es Notrufschalter geben, um mit dem Fahrer zu kommunizieren.

Menschen die in einen Straßenbahn steigen [Quelle: Radio Bremen]
In Bremer Straßenbahnen und Bussen kam es 2016 zu 430 Straftaten.

430 Straftaten in Bremer Bussen und Straßenbahnen gab es im Jahr 2016. Bei rund 100 Millionen Fahrgästen pro Jahr eine geringe Zahl, wie die Polizei versichert. Zudem ist die Zahl der Straftaten seit Jahren etwa gleich geblieben, zwischen 400 und 500 pro Jahr. Nicht eingerechnet ist dabei das Schwarzfahren, sagt Ralph Dziemba von der Polizei. Polizei und BSAG arbeiten bereits seit zehn Jahren eng zusammen und führen die Erfolge auch darauf zurück. Im vergangenen Jahr hat es laut Dziemba weniger sexuelle Übergriffe gegeben, dafür aber mehr Taschendiebstähle.

Männer begrapschten junge Frauen

Vor einigen Wochen sorgte allerdings ein Fall für Aufsehen. Zwei junge Frauen waren nachts in der Straßenbahn unterwegs, als sie von einer Gruppe junger Männer begrapscht und bestohlen wurden. "Durch die Auswertung der Aufnahmen der Überwachungskamera konnten wir Beteiligte identifizieren", sagt Polizeipräsident Lutz Müller. Die Ermittlungen laufen noch. In den Fahrzeugen der BSAG gibt es zu beinahe hundert Prozent eine Videoüberwachung, bestätigt Hajo Müller, Vorstandssprecher der BSAG. Damit sei man ein Vorreiter in Deutschland.

Polizei und BSAG wollen sich enger abstimmen

Zwei Männer sitzen an einem Tisch und unterschreiben Dokumente. [Quelle: Radio Bremen, Verena Patel]
Polizeipräsident Lutz Müller und BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller unterschreiben eine Kooperationsvereinbarung. [Quelle: Radio Bremen, Verena Patel]

Obwohl also das Fahren mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Bremen sicher ist, wollen Polizei und BSAG in Zukunft noch enger zusammenarbeiten. Auch, um präventive Arbeit zu leisten. Polizeipräsident Lutz Müller und BSAG-Vorstandssprecher Hajo Müller schlossen dazu jetzt eine Kooperationsvereinbarung. In den neuen Straßenbahnen soll es unter anderem Notrufschalter geben. "So soll aus allen Teilen der Bahn Kontakt zum Fahrer aufgenommen werden können", sagt Hajo Müller.

Die subjektive Sicherheit spielt heute eine deutlich größere Rolle als noch vor zwei oder drei Jahren.

Lutz Müller, Bremer Polizeipräsident

Auf diesen Gebieten soll die Zusammenarbeit verstärkt werden:

  • Informationen über Straftaten und Kriminalitätsschwerpunkte zusammentragen

  • regelmäßige Abstimmungsgespräche

  • Hilfe der Polizei bei der Fahrkartenkontrolle

  • BSAG unterstützt die Polizei bei der Prävention zum Beispiel durch Durchsagen mit Warnungen vor Taschendieben (Osterwiese, Freimarkt)

Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 20. April 2017, 19:30 Uhr

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