Home Gesellschaft Themen

Bremer Raumfahrt

Mit der "Ariane 6" fit für die Zukunft

20. März 2017

Die Raketensparte im Bremer Airbus-Werk will bald mit der Produktion des neuen Modells "Ariane 6" beginnen. Am Montag wurde die neue Produktionshalle nahe des Bremer Flughafen vorgestellt. Die "Ariane 6" soll um die Hälfte günstiger werden als ihr Vorgängermodell – und das hat Gründe.

Visualisierung der Rakete Ariane 6, im Hintergrund die Erdkugel. [Quelle: ESA, D. Ducros]
Sie soll das neue Flagschiff der europäischen Weltraumfahrt werden: Die Trägerrakete "Ariane 6". [Quelle: ESA, D. Ducros]

Der Zeitplan

Mitte 2018 soll die Produktion in Bremen beginnen. Bis dahin wird die Halle eingerichtet und alles vorbereitet. Bis zu 70 Ingenieure sollen dann in Zukunft auf den fast 8.000 Quadratmetern arbeiten. Sie werden die Oberstufen und die Tanks der neuen Trägerrakete fertigen. Bis zu elf Raketen jährlich will die Airbus-Tochter Airbus Safran Launchers (ASL) in Bremen zusammenbauen. 2020 soll die erste "Ariane 6" dann erstmals in den Orbit fliegen.

Das Nachfolgemodell der europäischen Vorzeigerakete Ariane soll um die Hälfte günstiger werden. Wie das funktioniert und warum die Ariane 6 so wichtig für den Bremer Standort ist, erklärt Pierre Godart, Geschäftsführer Airbus Safran Launchers.

Länge: 1:20 Minuten
Datum:
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Der Transport

Die Produktion der neuen Trägerrakete soll im Vergleich zum Vorgängermodell nur noch rund die Hälfte kosten, nämlich rund 400 Millionen Euro. Bisher ist die Konkurrenz aus Amerika und Russland einfach preiswerter und wird deshalb häufiger beauftragt. Das liegt unter anderem daran, dass die "Ariane 5" auch für den Transport von Menschen konstruiert wurde. Das neue Modell soll in Zukunft allerdings nur noch Güter – sprich Satelliten – ins All befördern und muss sich deshalb nicht mit den gleichen strengen Standards messen. Wie viel der rund 400 Millionen Euro als Investition nach Bremen fließen sollen, ist noch unklar.

Die Ariane 6 in Zahlen

  • Länge: 62 Meter
  • äußerer Durchmesser: 5,4 Meter
  • Traglast: 4,5 bis 10,5 Tonnen
  • erster Flug für 2020 geplant

Das Problem

Die Raumfahrtfirma braucht offenbar dringend noch Abnehmer für das neue Raketenmodell. Pierre Godart, Geschäftsführer von ASL, forderte im Rahmen der Pressekonferenz die europäischen Länder auf, auch die europäische Rakete "Ariane 6" zu benutzen, wenn sie Forschungs-, Geo-, oder Militärsatelliten in den Orbit bringen wollen. Viel zu häufig würden noch andere, nicht-europäische Firmen dafür beauftragt, so der ASL-Chef, der versicherte: "Wir wollen die Raumfahrt günstiger machen."

Visualisierung eines Raketenstarts der Ariane 6. [Quelle: ESA, D. Ducros]
Noch ist es nur eine Visualisierung, aber 2020 könnten wir solche Bilder der Ariane 6 in Echt zu sehen bekommen. [Quelle: ESA, D. Ducros]

Die Vergangenheit

Bisher war in Bremen die Oberstufe der europäischen Trägerrakete "Ariane 5" gefertigt worden, die Mitte Februar den 77. erfolgreichen Start in Folge verzeichnen konnte. Damit ist sie die weltweit erfolgreichste Trägerrakete. Am Dienstag soll nach Angaben von ASL eine weitere "Ariane 5" mit zwei Telekommunkationssatelliten starten. Insgesamt sind für das Jahr 2017 sieben Starts geplant.

Weitere Informationen:

Galileo-Satelliten sind erfolgreich ausgesetzt worden Weltspitze in Luft- und Raumfahrt
Themen