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Münchhausen- und Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom

25. Mai 2003

Das Münchhausen-Syndrom ist eine schwere psychische Krankheit. Die Patienten wollen die Aufmerksamkeit auf sich ziehen und Mitgefühl bekommen. Dazu täuschen sie raffiniert und äußerst glaubhaft Krankheiten vor. Sie verfälschen Temperaturmessungen oder sogar Labortests. Sie geben Blut oder Zucker in den Urin, der untersucht werden soll. Oder sie geben sich zum Beispiel Lauge oder Säure auf die Haut, um Hauterkrankungen vorzutäuschen. Ja, es werden sogar Medikamente oder Gifte geschluckt, um Herz- oder Darmerkrankungen zu provozieren.

Baron von Münchhausen

Der deutsche Baron von Münchhausen, vom Schloss Bodenwerder bei Hannover war eine schillernde Figur. Er hat die Menschen in seiner Umgebung immer wieder beeindruckt durch frei erfundene phantastische Erlebnisse und schreckliche Schicksalsschläge. Und so bekam er viel Sympathie und Mitgefühl. Später wurden seine "Lügengeschichten" zu Papier gebracht und sie sind eine unterhaltsame Lektüre. Es gibt aber auch ein Krankheitsbild, das seinen Namen trägt, das so genannte "Münchhausen Syndrom", und das ist gar nicht so lustig.

Bevor die wahre psychische Krankheit aufgedeckt wird, verlassen sie meist heimlich das Krankenhaus. Und dann beginnt das gleiche Spiel anderswo von vorne. Diese Patienten verfügen oft über erstaunlich detaillierte medizinische Kenntnisse und sie haben eine auffällig lange Vorgeschichte mit vielen Krankenhausaufenthalten. Man weiß bisher nicht viel über die Ursachen. Es ist eine Persönlichkeitsstörung, die sich nicht gut behandeln lässt. Zumal sich die Patienten meist einer Therapie entziehen.

Es gibt auch noch eine Sonderform, die nennt man das "Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom", und meistens muss ein Kind als "Stellvertreter" für die Mutter herhalten. Die Mutter "benutzt" ihr Kind, um die Aufmerksamkeit und Sorge der Mediziner zu wecken.

Es gilt auch als eine Sonderform der Kindesmisshandlung. Glücklicherweise ist dies wirklich sehr, sehr selten. Auch hier gibt es wenig Behandlungsmöglichkeiten. Man kann lediglich versuchen, weitere Zwischenfälle zu verhindern. Manchmal bleibt nichts anderes übrig, als die Kinder in Pflegefamilien unterzubringen und von den Müttern zu trennen.

Wenn sich Menschen selbst beschädigen, um eine Krankenrolle zu erzwingen
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