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Tatort-Produktion "Hochzeitsnacht"

"Der Tatort "Hochzeitsnacht" ist kompromisslos und ungewöhnlich hart"

Interview mit dem Schauspieler Denis Moschitto

27. August 2012

Radio Bremen: Herr Moschitto, Sie haben in vielen preisgekrönten Filmen mitgespielt, darunter die mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnete Komödie "Almanya". Für Ihre Hauptrolle im Kinofilm "Chiko" wurden Sie 2009 für den Deutschen Filmpreis als Bester Hauptdarsteller nominiert. Nun spielen Sie im Tatort "Hochzeitsnacht" von Radio Bremen die Episodenhauptrolle. Können sie Ihre Rolle kurz beschreiben?

Denis Moschitto: Wolf ist ein zorniger, junger Mann, dem vor Jahren schreckliches Unrecht wiederfahren ist. Wegen eines Mordes saß er den Großteil seiner Jugend im Gefängnis. Vor seiner Inhaftierung war Wolf nicht mehr als ein Kleinkrimineller. Nach seiner Entlassung jedoch kennt er, von Rachegedanken getrieben, keine Grenze mehr.

Radio Bremen: Was war dabei für Sie die größte Herausforderung?

Denis Moschitto: Das Arbeitspensum bei dieser Episode war recht hoch und kräftezehrend und die Rolle verlangte vollen Körpereinsatz von mir. Dabei einen inneren, gedeckelten Druck aufrechtzuerhalten und meine Kräfte richtig einzuteilen, war nicht immer einfach. Dazu kam, dass Wolf – bei allem Schrecken, der von dieser dunklen Figur ausgeht – die Sympathie des Zuschauers niemals völlig verlieren durfte.

Radio Bremen: Können Sie das genauer erläutern?

Denis Moschitto: Ein gewöhnlicher Drehtag begann für mich oft damit, Menschen anzuschreien und mit vorgehaltener Waffe zu bedrohen. Dann, im Laufe des Tages, wechselten sich leise, emotionale Szenen mit eruptiven Kraftausbrüchen ab. Als Schauspieler kann man sich eigentlich keine bessere Rolle wünschen, dennoch ist das alles auch mit enormem Stress verbunden.

Radio Bremen: Wie war es für Sie, in einem Ensemble mit mehr als 50 Darstellern auf engstem Raum zu spielen?

Denis Moschitto: Seltsamerweise funktionierte das sehr gut. Natürlich lagen hin und wieder mal die Nerven blank, das kommt in den besten Familien vor, aber letztlich haben wir uns gut zusammengerauft. Das lag ganz besonders am hervorragenden Team und an den gut gelaunten Komparsen, die kein Problem damit hatten, den halben Tag im Schneidersitz zu verbringen, nur um sich von mir anschreien zu lassen.

Radio Bremen: Was ist für Sie das Besondere am Tatort "Hochzeitsnacht"?

Denis Moschitto: Der Tatort "Hochzeitsnacht" ist kompromisslos und ungewöhnlich hart. Dadurch, dass die Geschichte auf engem Raum erzählt wird, entwickelt sich eine klaustrophobisch drückende Stimmung, die sich ganz sicher auch auf den Zuschauer übertragen wird.

Das Gespräch führte Anna Tollkötter.

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