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Tatort-Produktion "Hochzeitsnacht"

"Ich verstehe meinen Beruf grundsätzlich als Ensemblearbeit"

Interview mit der Schauspielerin Marion Breckwoldt

27. August 2012

Radio Bremen: Frau Breckwoldt, Sie sind im Tatort "Hochzeitsnacht" als Mutter eines Mädchens zu sehen, das vor vielen Jahren ermordet wurde. Was war dabei für Sie die größte Herausforderung?

Marion Breckwoldt: Ich spiele eine Frau vom Land, die sicher wegen dieser Tragödie keinen Therapeuten aufgesucht hat, weil man das in ihren Kreisen nicht tut, und die ohnehin nicht viel redet, schon gar nicht über sich selbst. Das ist psychologisch für die Darstellung hochkomplex, ich hatte aber nur sehr wenige kurze Szenen zur Verfügung, um ansatzweise etwas von dem Schmerz und den komplizierten Emotionen dieser Frau zu zeigen.

Radio Bremen: Wie haben Sie sich auf diese Rolle vorbereitet?

Marion Breckwoldt: Man wühlt in Erinnerungen. Leider kenne ich Menschen, die ihre Kinder verloren haben, und ich kann mich da glaube ich in Erinnerung an Gespräche mit diesen Frauen sehr gut reinversetzen.

Radio Bremen: Wie waren die Erfahrungen für Sie, in einem für einen Tatort ungewöhnlich großen Ensemble mitzuspielen?

Marion Breckwoldt: Ich verstehe meinen Beruf grundsätzlich als Ensemblearbeit. Da ich hauptsächlich am Theater arbeite, weiß ich, dass man die "solistischsten" Hauptrollen niemals alleine spielen kann! Ganz davon abgesehen, dass es keinen Spaß macht. Natürlich ist es unheimlich wichtig, um was für ein Ensemble es sich handelt. Die Mitspieler beim Tatort "Hochzeitsnacht" waren durchweg hoch motiviert und es hat sehr großen Spaß gemacht, mit Kollegen zu arbeiten, die über den Tellerrand der eigenen Rollengestaltung rausgeguckt haben und immer die ganze Story im Blick hatten. So etwas inspiriert ungemein.

Radio Bremen: Mit Radio Bremen verbindet Sie nicht nur der aktuelle Tatort "Hochzeitsnacht. Im Radio-Tatort sprechen Sie die Rolle der Ermittlerin Claudia Evernich. Wie ist es, nun im Fernseh-Tatort dabei zu sein?

Marion Breckwoldt: Sehr schön! Ich bewundere Sabine Postel schon lange als Inga Lürsen. Und ich freue mich, wieder gemeinsam mit ihr zu spielen, so wie damals in acht Folgen der Serie "Nicht von schlechten Eltern"von Radio Bremen. Bei Radio Bremen fühle ich mich immer zuhause.

Radio Bremen: Gibt es eigentlich Unterschiede, ob man sich als Schauspielerin auf eine Rolle in einem Hörspiel, in einem Fernsehfilm oder auf der Theaterbühne vorbereitet?

Marion Breckwoldt: Für mich gibt es da gar keine Unterschiede. Ob ich nun Claudia Evernich, die Mutter im Tatort "Hochzeitsnacht" oder im Theater den Marquis de Sade spiele – letztlich versuche ich immer, über eine psychologische und inhaltliche Ebene den Dingen auf den Grund zu gehen.

Das Gespräch führte Anna Tollkötter.

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