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"Wir haben uns gezofft, wir haben uns geliebt..."

Interview mit Sabine Postel und Heinrich Schmieder

24. Oktober 1999

Frage: Wie hat sich die Zusammenarbeit an diesem ersten gemeinsamen Fall gestaltet?

Postel: Sehr positiv. Die Anfangseuphorie hat sich zum Glück nicht gelegt, sondern ist höchstens einer soliden Zufriedenheit gewichen. Ich glaube, dass wir ziemlich gut zusammenpassen - und zwar nicht in dem Sinne, dass wir harmonieren, sondern, dass wir nicht harmonieren.

Schmieder: Wir haben uns gezofft, wir haben uns geliebt, wir haben versucht ein Teamwork zustande zu bekommen. Dass es da nicht immer ohne Probleme abgeht, ist klar. Wie im wirklichen Leben. Ich habe das Gefühl, dass wir ganz gut zusammengewachsen sind.

Postel: Es gibt viele Reibungsflächen, und das macht die Szenen ja auch lebendig, dass da zwei sind, die sowohl von ihrer Vorgeschichte als auch von ihrer Art mit Ermittlungen umzugehen, völlig verschieden sind. Und dann kommt noch der Alters- und der Geschlechtsunterschied. Wir haben auch ständig versucht, dieses auszureizen. Sonst wäre es wie bei den Männerduos, die wir kennen, entweder eine ständige Kumpanei, oder etwas lakaienhaftes, so wie "Harry, hol' den Wagen".

Schmieder: Ich denke auch, dass es gut ist, zwei unterschiedliche Persönlichkeiten zu haben, die dann über die Reibungsflächen zueinander finden. Das "Harry"-Konzept würde mir auch überhaupt nicht gefallen.

Frage: Sind Sie ein Team?

Postel: Es war von vornherein so gedacht, dass es eben kein "Assistentenverhältnis" ist. Wir sind ein Team, bei dem häufiger die Fetzen fliegen, was die Sache witziger und lebhafter macht...

Schmieder: ... zwei selbstbewusste, abgegrenzte Persönlichkeiten, die zwar immer wieder aneinander geraten, aber trotzdem ein Teamwork zustande bringen.

Frage: Wo ist Inga Lürsen als Kommissarin einzuordnen?

Postel: Mein Vorbild ist Helen Mirren, die britische Schauspielerin. Die hat eine schöne Mischung aus Sarkasmus, Erotik und Durchsetzungsfähigkeit in dieser Männerwelt, in der sie permanent aneckt. Das alles würde ich für diese Figur gerne noch stärker herausarbeiten.

Frage: Was wünscht sich Sabine Postel von Inga Lürsen?

Postel: Eine Portion englischen Humors! Das ist schwer, denn bei manchen Ermittlungen bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Und man muss auch aufpassen, dass es nicht zynisch wird. So wie es auch in der Realität vielen Polizisten ergeht, die sich häufig nur mit einem gewissen Sarkasmus über Wasser halten können.

Frage: Und was wünscht sich Heinrich Schmieder von Tobias von Sachsen?

Schmieder: Ich wünsche der Figur, dass sie viele Höhen und Tiefen erlebt, damit es ihr nicht langweilig wird. Ich fühle mich im Konflikt als Schauspieler ausgefüllter. Ich will einen Menschen verkörpern, der denkt, fühlt, handelt, Fehler begeht, in gefährliche Situationen gerät, um sein Leben fürchten muss. Ein kühler Analytiker, der vorschriftsmäßig seinen Dienst versieht, der langweilt mich.

Das Interview führte Norbert Kuntze.

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