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Faktencheck zum Tatort

Wie real ist "Echolot"?

31. Oktober 2016

Im Bremer Tatort "Echolot" entwickelt ein Computerprogramm ausufernde intelligente Fähigkeiten. Wie nah kann ein digitaler Assistent dem Menschen kommen? Können wir von ihnen ersetzt werden? Der Tatort im Faktencheck.

Tatort-Szenenfoto Die Kommissare in der Startup-Agentur [Quelle: Radio Bremen, Christine Schroeder]
Irritierend echt: Im jungen Startup-Unternehmen ist die digitale Assistentin der Toten allgegenwärtig. [Quelle: Radio Bremen, Christine Schroeder]

Kann jemand die Steuerung eines Autos von außen beeinflussen?

Ja. Fälle, in denen sich Leute in das System eingehackt haben, sind in den USA schon vorgekommen, sagt Rolf Drechsler vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz am Standort Bremen. Natürlich haben aber auch die Autohersteller ein Interesse daran, dass das nicht passiert. Das Hacken ist aber hochkompliziert.

Ist ein digitaler Assistent reine Fantasie oder gibt es so etwas schon?

Es gibt andere Systeme, die auf Befehle des Anwenders reagieren, wie zum Beispiel Siri und das in den USA bekannte Echo. "Echo ist wie Siri in einer Dose", erklärt der Experte Drechsler. Man kann Fragen stellen und bekommt Antworten. Um arbeiten zu können, schneidet dieses System alles mit, was im Haushalt gesprochen wird, um es zu verwenden. Selbstlernende Programme, die versuchen, einmal gemachte Fehler in der Zukunft zu vermeiden, gibt es bereits.

Inwieweit können solche Systeme eine Art Empathie entwickeln wie "Nessa" im Film?

Kommunikative Programme, die als eine Art sprechender Puppen mit älteren Menschen Fotoalben ansehen und mit ihnen reden können, gibt es schon, weiß Drechsler. Ein solches Projekt läuft gerade in den Niederlanden. Auch gibt es bereits Entwicklungen, deren Verständnis so weit ausgeprägt ist, dass sie zum Beispiel auf den Satz "Ich mag meinen Bruder" entgegnen können: "Wen aus deiner Familie magst du noch?". Das Verständnis ist aber noch lange nicht so komplex entwickelt wie beim Menschen, sagt Drechsler. Ein System, das alles versteht, und nicht nur spezialisierte Teilbereiche, das gibt es noch nicht.

Wie realistisch ist die Szene, in der reale Personen über eine spezielle Brille in einer virtuellen Szene miteinander kommunizieren?

Sogenannte Head-mounted-Brillen kann man heute schon kaufen. Dass man damit eine Szene sehen kann, wie das Haus am Meer im Film, ist realistisch, erklärt Drechsler. Dass aber Menschen darin auftauchen und miteinander interagieren, und das auch noch in Echtzeit, das ist in dieser Qualität noch nicht möglich.

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