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Tatort "Abschaum"

Beim Tatort live dabei

Friesoyther Berufsfachschüler wirken bei den Dreharbeiten mit

4. April 2004

Am Dienstag, dem 30. September 2003, klingelte für die Schülerinnen und Schüler der Klasse BFW I-2 der BBS Friesoythe aus dem Oldenburger Münsterland der Wecker spätestens um 5.30 Uhr, denn es sollte ein spannender Tag werden. Früh morgens ging es mit dem Bus nach Bremen, wo im Stadtteil Tenever die Dreharbeiten zum neuen "Tatort" von Radio Bremen begannen.

Aufgrund der Idee und Initiative ihrer Klassenlehrerin Viola Rössig ergab sich für die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule Wirtschaft die einmalige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen einer Fernsehfilmproduktion zu werfen, um hierbei den Arbeitsalltag der verschiedenen Berufe mitzuerleben, die umfangreichen vorbereitenden Arbeiten zu erkunden, die Dreharbeiten "live" zu sehen und als Komparsen mitzuwirken.

In der Tatortepisode "Abschaum" müssen die Hauptkommissarin Inga Lürsen (Sabine Postel) und ihr Kollege Kommissar Stedefreund (Oliver Mommsen) die Hintergründe des Selbstmords eines Mädchens aufklären ... (Mehr darf noch nicht verraten werden).

Gern nahmen wir die Einladung von Frank Berszuck, dem Aufnahmeleiter, an. Wir tauchten für einen Tag ins Filmleben ein. Schon vor Drehbeginn um 8.00 Uhr erwartete uns am Set ein großes ungewohntes Aufgebot an technischer Ausrüstung, Requisiten und Sicherheitsvorkehrungen. Mitglieder der Aufnahmeleitung begrüßten uns und erläuterten den Ablauf der Dreharbeiten. Wir verschafften uns einen Überblick: Der Drehort lag umrahmt von Hochhäusern in einem Innenhof. Viele Mitarbeiter, die "hinter der Kamera" tätig sind, trafen die letzten Vorbereitungen zu den ersten Filmaufnahmen. Polizisten, die Spurensicherung und weitere Schauspieler nahmen ihre Position am Drehort ein und auch die Hauptdarsteller Sabine Postel und Oliver Mommsen stellten sich zu der aufgefundenen Leiche des Mädchens. Plötzlich gab es noch etwas Aufregung: Nach einem blitzschnellen Casting musste Jan aus unserer Klasse schnell seine Jacke wechseln und sich zu den Kommissaren und der Leiche stellen.

Nach den Regieanweisungen, wo wir zusammen mit anderen Komparsen stehen sollten und wie wir uns bewegen sollten, folgten die ersten Proben. Endlich ging es richtig los. Die Anfangszene des Tatorts zeigt das Eintreffen der Kripo am Leichenfundort, welche zuerst mit einem Helikopter aus der Vogelperspektive mehrmals gefilmt wurde. Anschließend wurden wir als neugierige, aufgeregte Passanten aus zwei unterschiedlichen Perspektiven mit verschiedenen Kameraeinstellungen aufgenommen.

Immer wieder hörten wir "Und Ruhe ... Achtung Probe ... Wir drehen ... Noch mal bitte ... Ton, Kamera ab ... Aus, Danke ...". Das waren Anweisungen, die die Stellproben und auch die richtigen Filmaufnahmen ankündigten bzw. beendeten. Im Laufe der Zeit fühlten wir alle uns fast wie Komparsenprofis. Wir erfuhren, was es heißt auf den eigenen Einsatz zu warten, die Szenen oft zu wiederholen, nicht zu lachen (es war ja eine ernste Situation) und nicht direkt in die Kamera zu schauen. Genauso wichtig war es auch, bei jeder neuen Aufnahme wieder die gleiche Ausgangsposition einzunehmen. Wir waren so konzentriert dabei, dass keiner von uns eine Szene vermasselte.

Mit den mehrstündigen Dreharbeiten eines Tages sind drei Minuten der Anfangsszenen im Kasten, in denen wir als Statisten zu sehen sind. Erstaunlich, wie viel materieller Aufwand und professionelle Teamarbeit notwendig sind, um aus dem 2 cm dicken Drehbuch und den Ideen des Regisseurs ein paar Minuten Filmmaterial entstehen zu lassen.

Für abschließende Gruppenfotos opferten die Schauspieler, der Regisseur und der Kameramann sogar einen Teil ihrer Mittagspause. Einige von uns konnten auch Autogramme der Schauspieler mit nach Hause nehmen.

Ein erlebnisreicher Tag endete nach 7 Stunden am Set. So kamen um 16.00 Uhr Anastasia, Olaf, Meik, Sonja, Ayten, Frank, Barivan, Gerhard, Tina, Jan, Sahra, Denise, Lydia, Waldemar, Natali, Vitali, Christiane, Wladimir, Irina, Robert und Joscha nicht nur als Schülerinnen bzw. Schüler sondern auch als "filmerfahrene Statisten" wieder in Friesoythe an. In den nächsten Tagen werden sie die gewonnenen Eindrücke und Kenntnisse im Rahmen eines fächerübergreifenden Unterrichtsprojekts mit der Klassenlehrerin Viola Rössig aufarbeiten und vertiefen.

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