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Dmitri Schostakowitsch Violinkonzert Nr. 1

19. Oktober 2017, 5:00 Uhr | Arte

Von den wenigen Violinkonzerten, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden und Eingang in den Repertoirekanon gefunden haben, gilt Schostakowitschs Violinkonzert Nr. 1 als das tiefgründigste. Er komponierte es 1948. Arte zeigt das bedeutende Werk in einem Konzert mit Paavo Järvi an der Spitze der Kammerphilharmonie Bremen, Solistin ist die russische Violinistin Viktoria Mullova.

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen mit Dirigent Paavo Järvi [Quelle: Radio Bremen, Julia Baier]
Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen mit Dirigent Paavo Järvi. [Quelle: Radio Bremen, Julia Baier]

Sein erstes Violinkonzert komponierte Dmitri Schostakowitsch 1948. Noch bevor es zur Aufführung kam, rechnete die Partei öffentlich mit ihm ab. Seine Musik sei volksfremd und formalistisch. Es war undenkbar, in der Hochzeit der stalinistischen Propaganda das Werk zu veröffentlichen. Schließlich galten Konzerte und Symphonien als dekadent. Erst 1955 erlebte das Violinkonzert seine Uraufführung in Leningrad, Solist war David Oistrach. Die Aufführung mit Viktoria Mullova und Paavo Järvi an der Spitze der Kammerphilharmonie Bremen wurde im Dezember 2013 für Arte aufgezeichnet.

"Ich glaube, seine Musik hat sehr viel mit dem sowjetischen Alltag zu tun. Es musste so aussehen, als wäre es fröhliche Musik. Aber wenn man genau hinhört – hört man den Terror. Man kann dann fühlen, wie die Menschen damals versuchten, fröhlich auszusehen, damit sie nicht auffielen", sagt Paavo Järvi über das erste Violinkonzert. Das könne man auch als Leitsatz nehmen, von Anfang an sei da eine Schwere, etwas Depressives.

Viktoria Mullova empfindet ebenfalls eine große Affinität zum ersten Violinkonzert von Schostakowitsch, ein musikalisches Meisterwerk und persönliches Bekenntnis - allen Repressionen durch das kommunistische Regime zum Trotz. "Terror und Schmerz. Viel Schmerz", höre man in der Musik von einem der bedeutendsten Komponisten des 20. Jahrhunderts. "Ich erinnere mich noch sehr gut. Damals, am Ende der Sowjet-Ära, bin ich geflohen. Ich weiß noch, wie ich immer so getan habe, als sei ich glücklich. Sehr gut scheinbar. Die Leute haben mir wirklich geglaubt", so die Solistin.

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