Mediabox

Fernsehen Produktionen Dokumentationen

Jetzt neu: butenunbinnen.de, alles wichtige aus der Region

Dokumentation

Unsere Städte nach '45 (1)

Bomben und Bausünden

12. September 2017, 20:15 Uhr | Phoenix

Der Zweite Weltkrieg hat die deutschen Städte verwüstet, doch Experten meinen, dass der Wiederaufbau mehr Bausubstanz vernichtet hat als der verheerende Bombenkrieg. Wie konnte das passieren?

Trümmerberg mit Reliefen [Quelle: Radio Bremen]

Das Verwaltungsgebäude der Reederei "Norddeutscher Lloyd" wurde nach dem Krieg abgerissen.

Postkarte vom Lloyd-Gebäude [Quelle: Radio Bremen]

Es war eines der schönsten Häuser der Bremer Innenstadt, das den Krieg relativ unbeschadet überstanden hat.

Dreharbeiten mit Bilck über Essen [Quelle: Radio Bremen]

In Essen musste ein neues Rathaus her: Heraus kam das spiegelverglaste Hochhaus im Hintergrund.

Außenansicht des alten Rathauses [Quelle: Radio Bremen]

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das prächtige neugotische Gebäude wiederaufgebaut. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 1937.

Abriss in Essen [Quelle: Radio Bremen]

1964 beschlossen die Stadtväter, das Gebäude zum Preis von 15 Millionen D-Mark an den damaligen Wertheim-Konzern zu verkaufen.

Mann im Gespräch mit Blick über die Altstadt [Quelle: Radio Bremen]

In Erfurt blieb dagegen das Andreasviertel in der Altstadt verschont dank einer aktiven Bürgerbewegung.

Luftbild von Bernau [Quelle: Radio Bremen]

In Bernau bei Berlin stand nach dem Krieg noch eine komplette Fachwerkstadt.

Luftbild von Bernau [Quelle: Radio Bremen]

Die DDR-Regierung wollte hier eine moderne Stadt errichten.

Luftbild von Bernau [Quelle: Radio Bremen]

Es entstand in den 1980er Jahren eine Plattenbausiedlung.

Luftbild von Bernau [Quelle: Radio Bremen]

Ein paar Türme und Tore blieben stehen. Die alte Stadtmauer und die vielen engen Gassen verschwanden.

Luftbild von Bernau [Quelle: Radio Bremen]

1.500 bis 2.000 Häuser wurden dafür abgerissen.

Deutsche Architekten um Rüstungsminister Albert Speer hatten schon vor 1945 Wiederaufbaupläne in der Schublade. Von allem Nazi-Pomp entschlackt, kamen sie nach dem Krieg zum Einsatz. Ihre Vorbilder hatten sie dabei in den Prinzipien des modernen Städtebaus der 1920er Jahre. Die fortschrittliche Stadt sollte von Licht und Luft durchflutet sein; breite Straßen sollten sich durch die autogerechte Stadtlandschaft ziehen. Dieser Vision wurden oft die Reste der historischen Innenstädte geopfert.

Der erste Teil der zweiteiligen Radio-Bremen-Dokumentation über Deutschlands Wiederaufbau zeigt, von welchen Visionen Städteplaner und Architekten von Hamburg über Bremen, Köln, Essen, Frankfurt und Erfurt bis nach Ulm oder Regensburg geleitet waren.

Hier wurde abgerissen und geplant:

Immens einflussreich war dabei der Stadtplaner Rudolf Hillebrecht aus Hannover, der seine Heimatstadt besonders radikal umgestaltet hat und damals zum Vorbild in ganz Westdeutschland wurde.

In der DDR haben die gleichen städtebaulichen Leitlinien von der autogerechten Stadtlandschaft gewirkt wie im Westen, nur hinkte man dem Westen rund zehn Jahre hinterher. Man ging hier ebenso rüde mit historischen Bauten um. Ein besonders extremes Beispiel ist Bernau in der Nähe von Berlin. Rund 2.000 alte Häuser wurden zugunsten genormter Plattenbauten noch Anfang der 1980er Jahre abgerissen.

Sprengung einer Kirche [Quelle: Radio Bremen]
Viele Kirchen wurden nach dem Krieg noch gesprengt, auch wenn sie nicht so stark beschädigt waren so wie hier in Berlin-Schöneberg.

Der Abriss letzter Reste der historischen Innenstädte nach dem Krieg wurde selten mit der Kamera dokumentiert. Oft ist nicht einmal ein Datum bekannt, wann Klöster, Rathäuser oder ganze Stadtteile abgerissen wurden. Umso wertvoller sind die Funde, die eine umfangreiche Archivrecherche für die Dokumentation zu Tage brachte. Bislang unveröffentlichte Farbfilme von 1948, aufgenommen von einem amerikanischen Besatzungsoffizier, zeigen außerdem Deutschland an der Schwelle zum Wiederaufbau: was zerstört, aber auch, was noch vorhanden war.

Ein Radio-Bremen-Film von Susanne Brahms und Rainer Krause

Im ersten Teil zeigt die Radio-Bremen-Dokumentation, welche Visionen die Städteplaner und Architekten hatten für den Wiederaufbau. Dazu reisten die Autoren Susanne Brahms und Rainer Krause von Hamburg über Bremen, Köln, Essen, Frankfurt und Erfurt bis nach Ulm oder Regensburg.

Autor/-in: Susanne Brahms und Rainer Krause
Länge: 37 Sekunden
Datum:
Sendereihe: Online | Radio Bremen

Eine Produktion der Bremedia Produktion GmbH im Auftrag von Radio Bremen für das Erste.

Mehr zum 2. Teil:
ARD-Mediathek: Unsere Städte nach '45 (1) – Bomben und Bausünden Unsere Städte nach ´45 (2)

Dokumentationen
Mehr zu "Dokumentationen"
Mehr in "Dokumentationen"