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So schläft die Welt - Spanien

Schlafgewohnheiten in Europa

25. Januar 2018, 4:40 Uhr | SR Fernsehen

Der Schlafexperte Dr. Michael Feld hat untersucht, wie verschiedene Kulturen mit Schlaf und Schlafstörungen umgehen. In dieser Folge: Im europäischen Vergleich schlafen die Spanier am wenigsten. Gründe dafür sind der Lebensrhythmus mit späten Mahlzeiten und der Angewohnheit, lange aufzubleiben. Dabei ist die Siesta, die früher übliche Mittagsruhe, verschwunden.

Spanien am frühen Abend in einem Restaurant. [Quelle: Telekult GmbH]

Eine wichtige Ursache für das in Spanien verbreitete Schlafdefizit ist der typische spanische Lebensrhythmus und das ausgiebige Nachtleben. Quelle: Telekult GmbH

Landwirt Ortega geht ins Bett. [Quelle: Telekult GmbH]

Landwirt Roberto Ortego meint, er würde seinen Tag nicht durchstehen, wenn er nicht täglich am frühen Nachmittag anderthalb Stunden Siestamachen würde. Quelle: Telekult GmbH

Ein Blick auf den Wecker am Morgen [Quelle: Telekult GmbH]

Landwirt Roberto Ortego geht gegen Mitternacht schlafen und muss fünf Stunden später schon wieder aus dem Bett. Quelle: Telekult GmbH

Prof. Diego Carcía-Borreguero [Quelle: Telekult GmbH]

Professor Diego García-Borreguero, Direktor des Schlafforschungsinstituts in Madrid, meint, dass die Schädlichkeit des generellen spanischen Schlafmangels in Spanien noch zu sehr ignoriert wird. Quelle: Telekult GmbH

Im Schlaflabor [Quelle: Telekult GmbH]

Schlafapnoe ist die neue Volkskrankheit. Das Schlimmste ist aber, dass 80 Prozent der Betroffenen noch nicht einmal wissen, dass sie daran leiden. Quelle: Telekult GmbH

Die meisten Spanier leiden unter chronischem Schlafmangel. Im europäischen Vergleich schlafen sie am wenigsten, durchschnittlich eine Stunde weniger als Deutsche oder Franzosen. Laut Dr. Diego García Borreguero, Direktor des Schlafforschungsinstituts in Madrid, ist Spanien ein Land, "das dem Schlaf immer wenig Bedeutung beigemessen hat". Erst allmählich wird den Spaniern bewusst, dass fehlender Schlaf nicht nur müde macht, sondern auch zu schwerwiegenden Krankheiten führen kann.

Eine wichtige Ursache für das verbreitete Schlafdefizit ist der typische spanische Lebensrhythmus mit üppigen, späten Mahlzeiten, ausgiebigem Nachtleben und der Angewohnheit, bis tief in die Nacht fernzusehen. Spanier empfinden es als Teil ihrer Identität, dass bei ihnen zu anderen Zeiten gegessen, ausgegangen und geschlafen wird als anderswo.

Gleichzeitig können immer weniger Spanier die Siesta, den traditionellen Mittagsschlaf, praktizieren. Denn im modernen Spanien ist das Leben vorwiegend städtisch geprägt, und die Entfernungen zwischen Wohnung und Arbeitsplatz sind zu groß, um mittags nach Hause zu gehen und Siesta zu halten. Außerdem richtet sich der Arbeitstag immer häufiger nach den globalen Rhythmen der internationalen Arbeitswelt mit frühem Arbeitsbeginn und kurzer Mittagspause.

Andere Faktoren, die vielen Spaniern den Schlaf rauben, sind ökonomische Sorgen als Folge der Wirtschaftskrise oder Umweltfaktoren, wie etwa die hohe Lärmbelastung. Spanien gilt als eines der lautesten Länder der Welt.

Auf der Suche nach den Ursachen des spanischen Schlafmangels hat sich die Filmemacherin Marion Schmidt ins quirlige Nachtleben gestürzt, die Familie eines Landwirts im ländlichen Chinchón besucht, Büroangestellte in Madrid beim Lunch getroffen und eine arbeitslose Schauspielerin mit Schlafstörungen durch die Nacht begleitet.

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