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Nordwestradio unterwegs

Sterben unsere Vögel aus?

5. Juli 2017, 18:05 Uhr | Norddeutsches Vogelmuseum

"Amsel, Drossel, Fink und Star und die ganze Vogelschar wünschen dir ein frohes Jahr", heißt es in einem der berühmtesten deutschen Kinderlieder. Die Textzeile scheint kaum noch der Wirklichkeit zu entsprechen. Schon seit Jahren beklagen Ornithologen, dass es immer weniger Feldvögel und Gebäudebrüter gibt. Demnach hat sich die Vogelpopulation in Deutschland in den vergangenen 30 Jahren halbiert.

Die Diskussionsteilnehmer hinter dem Publikum [Quelle: Radio Bremen, Henriette Bremer]
Es wurde diskutiert bei Nordwestradio unterwegs. [Quelle: Radio Bremen, Henriette Bremer]

Die ganze Sendung zum Anhören:
Warum immer mehr Vogelarten in ihrem Bestand gefährdet sind [41:25 Minuten]

Vom Vogelschwund besonders betroffen sind Kiebitze. Deren Bestand ist um mehr als 80 Prozent gesunken. Bei den Braunkehlchen beträgt der Rückgang mehr als die Hälfte, bei den Feldlerchen 35 Prozent. Selbst ein "Allerweltsvogel" wie der Spatz könnte demnächst vom Aussterben bedroht sein, sollte sich die Entwicklung ungebremst fortsetzen. Europaweit beziffern Naturschützer den Aderlass in der Vogelwelt auf rund 300 Millionen Brutpaare.

Sind die Bauern wirklich schuld?

ein Zaunkönig [Quelle: Losch]
Ein Zaunkönig in von Menschen besiedeltem Gebiet. Wie lange wird es ihn in unseren Breiten noch geben? [Quelle: Losch]

Geht es um Ursachenforschung, heißt es schnell: die moderne Landwirtschaft sei die Hauptverantwortliche für das Vogelsterben. Tatsächlich gibt es durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln immer weniger Insekten, die eine wichtige Futterquelle für Vögel sind. Zudem werden die Felder immer früher abgeerntet, wodurch wertvolle Brutstätten verloren gehen. Doch allein die Landwirtschaft für das Vogelsterben verantwortlich zu machen, greift zu kurz. So verweisen Wissenschaftler auf die zunehmende Verbreitung von Nesträubern, wie streunenden Katzen, Mardern oder Waschbären. Auch Glasfassaden, Stromleitungen oder Windkrafträder erweisen sich immer wieder als tödliche Gefahr für Vögel.

Wie geht es mit den heimischen Vögeln weiter? [2:53 Minuten] Nachbericht: Wie soll das Vogelsterben verhindert werden [3:22 Minuten]

Weißstörche gibt es wieder mehr

Das Publikum  [Quelle: Radio Bremen, Henriette Bremer]
Das Vogelmuseum in Osterholz-Scharmbeck war gut besucht. [Quelle: Radio Bremen, Henriette Bremer]

In der Vogelwelt in den zurückliegenden Jahrzehnten nicht ausschließlich Verlierer, sondern auch Gewinner gegeben. So ist zum Beispiel der Bestand von Weißstörchen, Saatkrähen oder Zaunammern gestiegen. Dies verdeutlicht, dass das Thema sehr komplex und die Ursachenforschung nicht einfach ist.

Was sind die Gründe für das Vogelsterben? Welche Arten verzeichnen besonders starke Rückgänge in der Population? Welche politischen Akteure sind gefordert, um den Trend zu stoppen? Was können Gartenbesitzer tun, um Vögeln ein Refugium zu bieten? Diese und weitere Fragen wurden in der Live-Sendung "Nordwestradio unterwegs" aus dem Norddeutschen Vogelmuseum, Bördestraße 42 in Osterholz-Scharmbeck erörtert.

Teilnehmer der Gesprächsrunde mit Nordwestradio-Moderator Stefan Pulß waren:

  • Christoph Bommes, Niedersächsisches Landvolk, Kreisverband Osterholz

  • Thomas Dosch, niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

  • Sönke Hofmann, Geschäftsführer NABU, Landesverband Bremen

  • Jonas Linke, Vogelexperte, Biologische Station Osterholz

  • Hans Lütjen-Wellner, Biolandwirt Osterholz-Scharmbeck

 Redaktion der Sendung: Christian Erber.

Die Gesprächsteilnehmer [Quelle: Radio Bremen, Henriette Bremer]
Thomas Dorsch, Jonas Linke, Stefan Pulß, Sönke Hoffmann, Hans Lütjen-Wellner und Christoph Bommes [Quelle: Radio Bremen, Henriette Bremer]

Dieses Thema im Programm: Nordwestradio, 5. Juli 2017, 18:05 Uhr

Genaue Adresse:
Norddeutsches Vogelmuseum
Bördestraße 42
Osterholz-Scharmbeck

Veranstaltungstermin:
5. Juli 2017, 18:05 Uhr

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