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Eine Stadt auf der Jagd

Wie Bremerhaven versucht, Lehrer zu locken.

11. Oktober 2017, 18:05 Uhr | Stadtbibliothek Bremerhaven

In Bremerhavener Lehrerzimmern bleiben immer mehr Stühle frei. Insgesamt 35 Stellen konnte Schuldezernent Michael Frost nach eigenen Angaben für das neue Schuljahr nicht besetzen. Es mangelt schlichtweg an Bewerbern. Gleichzeitig wandern immer mehr Lehrer ab. Das war Thema bei Bremen Zwei unterwegs.

Die Gesprächsteilnehmer bei Bremen Zwei unterwegs. [Quelle: Radio Bremen]
Michael Frost, Nicole Mimona, Stefan Pulß, Joachim Wolf und Bernd Winkelmann.

Die ganze Diskussion zum Anhören:
Wie soll der Lehrermangel in Bremerhaven gestoppt werden? [39:02 Minuten]

Lehrermangel in Bremerhaven: Informationen von Venessa Brand [2:45 Minuten] Nachbericht: Lehrermangel in Bremerhaven [3:36 Minuten]

Die meisten Lehrkräfte zieht es in das Nachbar-Bundesland Niedersachsen. Der Grund: Laut der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) liegt das durchschnittliche Lehrergehalt hier höher. Zwar ist akuter Lehrermangel ein bundesweites Problem, in einigen Bremerhavener Schulen sorgt er allerdings aktuell für chaotische Zustände: Ganze Unterrichtstage fallen aus. Die Folge: Kinder müssen zu Hause bleiben, Eltern müssen immer öfter die Betreuung übernehmen – und fürchten, dass sie dadurch ihre Jobs verlieren.

Werbekampagnen und Prämien

Während die Zahl der jungen Bewerber immer weiter schrumpft, bereiten sich viele ältere Bremerhavener Pädagogen auf den Ruhestand vor. Bis 2018 werden 223 Lehrer aus dem Dienst ausscheiden, sagt Frost. Auf der anderen Seite gibt es immer mehr Schüler, vor allem durch die Zuwanderung. Entsprechend groß ist der Druck auf die Stadt.

Um Pädagogen ans Meer zu locken, hat die Stadt bundesweit Werbespots in Kinos geschaltet. Sie bietet Stipendien für ein Lehramtsstudium in Bremen, wenn die Junglehrer sich verpflichten, hinterher fünf Jahre lang in Bremerhaven zu arbeiten. Selbst Prämien werden gezahlt: Wenn ein Lehrer einen Kollegen anwirbt, bekommt er dafür 250 Euro von der Stadt. Verbessert hat sich durch all dies bisher kaum etwas.

Besonderer Notstand herrscht in den Grundschulen. Dort verdienen Pädagogen weniger als ihre Kollegen in den anderen Stufen. Die Folge des Lehrerschwunds: Die verbleibenden Kollegen müssen die Lücken schließen. Viele fühlen sich dadurch überfordert. Sollte sich nichts ändern, fordert die GEW den Rücktritt des Ausschusses für Schule und Kultur.

Gesprächsteilnehmer:

  • Michael Frost, Schuldezernent
  • Bernd Winkelmann, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
  • Joachim Wolff, Direktor der Paula-Modersohn-Schule in Bremerhaven
  • Nicole Mimouna, Mutter einer Zweitklässlerin

Moderation: Stefan Pulß
Redaktion: Venessa Brand

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. Oktober, 18:05 Uhr.

Genaue Adresse:
Stadtbibliothek Bremerhaven
Bürgermeister-Smidt-Str. 10
27568 Bremerhaven

Veranstaltungstermin:
11. Oktober 2017, 18:05 Uhr

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