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Naturschauspiel oder Bauernalbtraum?

Der Gänsekrieg von Kehdingen

28. Februar 2018, 16:00 Uhr | Kornspeicher, Freiburg (Elbe)

Die Region Kehdingen streitet um die Wildgänse. Im Herbst kommen sie zu Zehntausenden, sie fliegen aus ihren arktischen Brutgebieten in das Kehdinger Land an der Niederelbe, um dort zu überwintern. Bis zu 100.000 der streng geschützten Vögel rasten jedes Jahr in dem Gebiet zwischen Freiburg und Balje. Aber was Naturfreunde freut, und viele Besucher anzieht,  ist für die Landwirte ein riesiges Ärgernis.

Ein Schwarm Wildgänse vor dem Kornspeicher in Kehdingen [Quelle: Radio Bremen, Helmholtz/Petersen]
Bis zu 100.000 Wildgänse überwintern in der Region Kehdingen. [Quelle: Radio Bremen, Helmholtz/Petersen]

Der größte Teil der Wintergäste sind Grau-, Brand- und Nonnengänse. Die riesigen Gänseschwärme sind ein einzigartiges Naturschauspiel in der norddeutschen Kulturlandschaft. Und sie fördern den Tourismus. Für die Landwirte sind die Gänse ein Problem, sie ruinieren die Felder.

Dass die Gänseschwärme unbehelligt auch auf landwirtschaftlichen Nutzflächen fressen können, haben sie den Politikern der Europäischen Union in Brüssel zu verdanken. Sie wiesen die Flächen in den Außendeichbereichen als Teil des europäischen Schutzgebiet-Netzes "Natura 2000" aus. Ein untragbarer Zustand für den Stader Kreislandwirt Johann Knabbe: "Wir müssen die geschützten Gänse dulden, auch wenn sie teilweise die gesamte Wintersaat wegfressen," schildert Knabbe die Situation der Landwirte. Etwa 300 bis 800 Hektar seien von Fraßschäden und Vogelkot teilweise schwer geschädigt. Und weil Gänse nach deutschem Recht als Wild gelten, fehlt ein Programm für Entschädigung der Landwirte. "Weder das Land Niedersachsen noch der Bund oder die EU haben für den seit Jahren schwelenden Streit eine gesetzliche Lösung, die beiden Seiten gerecht wird", sagt Knabbe.

Fragen:

  • Sind Schwärme von rund 80.000 bis 100.000 Nonnengänse noch schutzwürdig?
  • Wer kommt für die Verluste von Landwirten auf?
  • Werden die Landwirte durch Vogelschutz und ständig steigende Naturschutzauflagen in ihrer Existenz bedroht?

Gesprächsteilnehmer:

  • Dr. Uwe Andreas, Amtsleiter Naturschutz Landkreis Stade
  • Dipl. Ing. Heiner Baumgarten, Landesvorsitzender BUND Niedersachsen
  • Dr. Heinz Düttmann, Artenschutzreferent des Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz Niedersachsen
  • Johann van der Decken, Kreislandwirt Stade
  • Lars Lichtenberg, Geschäftsführer Natureum Stade

Moderation: Stefan Pulß
Redaktion: Hilke Theessen

Genaue Adresse:
Kornspeicher, Freiburg (Elbe)
Elbstraße 2
21729 Freiburg (Elbe)

Veranstaltungstermin:
28. Februar 2018, 16:00 Uhr

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