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Netzausbau in Niedersachsen

Höchstspannungsleitung in Cloppenburg

21. Juni 2017, 18:05 Uhr | Traditionshaus Taphorn, Cloppenburg

Den von Windparks in Norddeutschland oder auf See produzierten Strom in die südlichen Bundesländer zu bringen – das ist eine der zentralen Herausforderungen der Energiewende. Seit Jahren wird über die Trassenführung der neuen Höchstspannungsleitungen gestritten. Jetzt regt sich Widerstand in Cloppenburg gegen die Ausbaupläne von Netzbetreiber Tennet. Wir diskutierten live vor Ort.

Strommast [Quelle: Radio Bremen]
Die Energiewende wird sichtbar: Unter anderem durch neue Höchstspannungsleitungen.

Zusammenfassung der Diskussion [3:53 Minuten] Mitschnitt der Diskussion [42:48 Minuten]

Tennet will eine dieser 380-Kilovolt-Leitungen von Conneforde im Landkreis Ammerland bis nach Merzen im Oldenburger Münsterland bauen. Wo genau diese Stromtrasse entlangführen soll, hat Tennet in den vergangenen Monaten geprüft und dabei verschiedene Routenverläufe verglichen. Inzwischen hat sich der Netzbetreiber festgelegt: Die Leitung soll durch den sogenannten "Korridor C" verlaufen. Diese Route ist die kürzeste, so Tennet, und sie orientiert sich weitgehend am Verlauf einer bereits bestehenden Stromleitung. Dadurch seien beim Bau der neuen Leitung die Auswirkungen für Mensch und Natur vergleichsweise gering.

Vorbericht zu Nordwestradio-Unterwegs: Gigantische Stromtrassen [3:54 Minuten]

Unterschiedliche Reaktionen in den Gemeinden

Publikum bei Nordwestradio unterwegs in Cloppenburg [Quelle: Radio Bremen]
Gespannte Aufmerksamkeit bei den Zuhörern.

In den Gemeinden entlang der geplanten Streckenführung fallen die Reaktionen unterschiedlich aus. Während viele Gemeinden im Ammerland nach erster Einschätzung gut mit dem Trassenverlauf leben könnten, formiert sich im Landkreis Cloppenburg Protest. So beklagt zum Beispiel der Bürgermeister von Cappeln, dass die Route seine Gemeinde zerschneide und damit die Ortsentwicklung erheblich erschwere. Auch viele Bürger und Landwirte äußern Bedenken. Sie fürchten gesundheitliche Schäden durch Elektrosmog, den die rund 60 Meter hohen Hochspannungsmasten verursachen. Zudem drohe ein Preisverfall von Grundstücken, die in unmittelbarer Nähe von Strommasten und geplanten Umspannwerken liegen.

Strom wird ans Ausland "verschenkt"

Auch Experten sehen gigantische Stromleitungen kritisch. Die Energiewende bedeute zwar, dass Deutschland fast 200 Gigawatt Strom aus erneuerbaren Energien produziert, dieser aber gar nicht verbraucht wird. Die Folge sei ein Export ins Ausland, so Lorenz Jarass im Nordwestradio. Jarass ist emeritierter Wirtschaftswissenschaftler und Gutachter in Energiefragen, zum Beispiel für die Gemeinde Cappeln. "Dieser massive Ausbau von Leitungen ist nicht zielführend, sondern man muss sich Gedanken machen, was wir mit kurzzeitigen Windstrom-Überschüssen machen." Der "exorbitante Ausbau des gesamten deutschen Stromnetzes führe eher dazu, dass die deutschen Verbraucher Leitungen bezahlen müssten, durch die der Strom ins Ausland geschickt und dort "verschenkt werde".

Stromtrassen: Suedlink-Planung verfehlt? [4:45 Minuten]

Karte mit möglichen Verläufen neuer Starkstromtrassen [Quelle: Tennet]
Der Korridor C (blaue Linie) ist die derzeit von Tennet favorisierte Strecke. [Quelle: Tennet]

Informationsveranstaltungen für Bürger

Mit Informationsveranstaltungen für Bürger, unter anderem in Cloppenburg, will Tennet die Bedenken gegen das Projekt zerstreuen. Der Netzbetreiber fürchtet Verzögerungen im Zeitplan durch mögliche Klagen. Bisher ist geplant, im Jahr 2022 mit dem Bau der Trasse zu beginnen, 2024 soll sie in Betrieb genommen werden. Wo genau die Route letztlich entlangführt, entscheidet das Amt für regionale Landesentwicklung in Oldenburg. 

Fragen:

  • Warum favorisiert Tennet die Trasse durch den sogenannten Korridor C?
  • Welche Bedenken haben Bürger und Landwirte in der Region Cloppenburg?
  • Wie sieht der Zeitplan für den Bau aus?
  • Gibt es Alternativen zu den von Tennet vorgestellten Plänen?

Rolf Fahrenholz, Stefan Petersen, Janina Schulze, Moderator Stefan Pulß, Marcus Brinkmann, Bernhard Heidrich, Stefan Scharpekant  [Quelle: Radio Bremen]
die Diskussionsrunde

 

Gesprächsteilnehmer:

  • Janina Schultze, Bürgerreferentin Tennet
  • Stefan Petersen, Projektleiter Planung und Genehmigung, Tennet)
  • Bernhard Heidrich, Amt für regionale Landesentwicklung Oldenburg
  • Marcus Brinkmann, Bürgermeister Gemeinde Cappeln
  • Rolf Fahrenholz, Bürgerinitiative "Cloppenburg unter Spannung"
  • Stefan Scharpekant, Vorstandsmitglied Kreislandvolk-Verband Cloppenburg

Moderation: Stefan Pulß
Redaktion: Christian Erber

 

Genaue Adresse:
Traditionshaus Taphorn, Cloppenburg
Auf dem Hook 1
49661 Cloppenburg

Veranstaltungstermin:
21. Juni 2017, 18:05 Uhr

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