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Zwei nach Eins

Rainer Basedow

Schauspieler und Kabarettist

4. Oktober 2017, 13:05 Uhr

Bühnen- und Filmschauspieler, Synchronstimme, Kabarettist und vierfacher Vater – da kommt einiges zusammen im Leben von Rainer Basedow. Der 79-Jährige, der sich noch nie hat den Mund verbieten lassen, eckte schon in der DDR an und schmiss im Westen die Schauspielschule. Seiner Karriere aber tat das keinen Abbruch.

Rainer Basedow [Quelle: Radio Bremen, Britta Lumma]
Rainer Basedow [Quelle: Radio Bremen, Britta Lumma]

"Ich habe sehr viel Dusel gehabt in meinem Leben", sagt Rainer Basedow. Viele Filme hat er gemacht, auch viel "Schrott" wie er sagt, aber er hat ganz oft mit sehr guten Leuten zusammenarbeiten können, ist er überzeugt.

Auseinandersetzungen mit dem nationalsozialistischen Vater

Geboren 1938 im thüringischen Mühlhausen, wuchs Rainer Basedow als Sohn eines Lehrers auf. "Er gehörte leider zu den sogenannten Edel-Nazis", sagt Basedow über seinen Vater.

Ich wusste, er war ein sehr, sehr guter Mensch, aber politisch ein Trottel. Das war schlimm, da hat's gekracht.

Als Heranwachsender wollte Basedow wissen, wo sein Vater stand und was er erlebt hatte. Doch sein Vater habe den Fehler gemacht, wie so viele seiner Generation, nicht mit der Familie über den Krieg zu sprechen. Gesprächsversuche endeten in hitzigen Wortgefechten. Und weil der Bruder die Parolen des Vaters wiederholte, brach Basedow mit ihm. Noch heute erträgt er es kaum, die deutsche Nationalhymne anhören zu müssen.

Der "Unzuverlässige" haut ab...

Rainer Basedow interessierte sich fürs Theatermachen und tobte sich auf dem Handballfeld aus. Als talentierter Feldhandballer bekam er die eine oder andere Mark zugesteckt. Aber Basedow eckte an. Studieren an der Theaterschule Leipzig durfte er nicht, da er in der DDR als "unzuverlässig" galt.

Ich war insofern unzuverlässig, dass ich in meinen Meinungsäußerungen oft unkontrolliert war.

Rainer Basedow haute ab. Die Flucht 1956 vor dem Bau der Mauer gelang noch recht einfach, erinnert er sich. Er fuhr nach Potsdam und stieg dort in die S-Bahn nach Ost-Berlin. Unterwegs hielt die Bahn im Berliner Westen, wo Basedow einfach ausstieg. Danach landete er in Braunschweig, studierte erst einmal auf Lehramt, weil die Eltern so drängten, doch der Wunsch, Schauspieler zu werden, blieb.

... und will Schauspieler werden

Rainer Basedow landete auf einer Münchener Schauspielschule und eckte auch dort an. Und wie es der Zufall so wollte, stand der Schauspielschüler eines Tages an der Theaterkasse und wollte günstige nicht abgeholte Karten für die Abendvorstellung kaufen. Ein Regisseur kam und bot ihm eine Rolle in "Warten auf Godot" an. Von da an kam Basedows Karriere richtig ins Rollen – und die Schauspielschule ließ er Schule sein.

Mein Typ war damals gefragt. Wenn du nicht aussahst wie ein Schauspieler – und das hab ich mein Leben lang nicht – dann hast du es oft leichter gehabt. Ich war dick, und ich war ein sehr beweglicher Dicker, und das war mein Vorteil.

Münchner Lach- und Schießgesellschaft 

Fast 20 Jahre lang von 1976 bis 1995 war der Schauspieler Ensemble-Mitglied der "Münchner Lach- und Schießgesellschaft", stand auf der Bühne, kümmerte sich um die Pressearbeit und den Gruppen-Spirit. Zweimal musste er gefragt werden, bis er zusagte. Bereut hat er es nie.

Es ist mein Ding gewesen. Von der ersten Sekunde an.

Wenn er Spaß hat, ist er kaum zu bremsen, schmunzelt Rainer Basedow. Deswegen wurde er auch zum Sprecher von Warzenschwein "Pumbaa" aus dem "König der Löwen". In "Zwei nach Eins" erzählt der Schauspieler von seinen vielfältigen Engagements, von seiner Zusammenarbeit mit Regisseur Dieter Wedel und vom ewigen Anecken.

Moderation: Britta Lumma

Das Gespräch zum Anhören:
Schauspieler Rainer Basedow [37:35 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 4. Oktober 2017, 13:05 Uhr

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