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Zwei nach Eins

Nicol Ljubić

Autor

13. Februar 2018, 13:05 Uhr

Wo hört Idealismus auf und wo fängt Fanatismus an? Mit seinem Roman "Ein Mensch brennt" erinnert Schriftsteller Nicol Ljubić an eine wahre Geschichte: Die Selbstverbrennung des Umweltaktivisten Hartmut Gründler vor 40 Jahren. Verstörend und leicht zugleich kreist Ljubić um die Frage, was im Kampf für das vermeintlich Gute legitim ist.

Nicol Ljubic [Quelle: DTV, Jens Oellermann]
Nicol Ljubic [Quelle: DTV, Jens Oellermann]

Eigentlich sollte er ja in Bremen zur Welt kommen. Aber Nicol Ljubić wurde 1971 dann doch in Zagreb geboren, weil sein Vater damals gerade beruflich dort zu tun hatte. Der Beruf des Vaters, Flugzeugtechniker für die Lufthansa, brachte es auch mit sich, dass die Familie dauernd umzog. Zunächst ging es von Kroatien nach Schweden, dann weiter nach Griechenland, Russland und nach Kamerun. 

Zu Hause in Bremen

Als Familie Ljubic wieder in Bremen landete, war Nicol 16 Jahre alt. Er machte hier Abitur, studierte Politikwissenschaft und unternahm erste journalistische Schritte. Nach Abschluss der Henri-Nannen-Journalistenschule arbeitete Ljubić für viele große Zeitungen und Magazine, bekam mehrere renommierte Auszeichnungen für seine Reportagen und schrieb dann seinen ersten Roman: "Matildas Himmel". 2005 unternahm Ljubić für sein Buch "Heimatroman" mit seinem Vater eine Reise in dessen schillernde Vergangenheit im ehemaligen Jugoslawien und in Frankreich.

"Ein Mensch brennt": Leicht und verstörend

Buchcover: Ein Mensch brennt [Quelle: DTV Verlagsgesellschaft]
Nicol Ljubic: Ein Mensch brennt, DTV, 2017 [Quelle: DTV Verlagsgesellschaft]

Im September 2017 ist Nicol Ljubić vierter Roman erschienen: "Ein Mensch brennt". Darin geht es um den Atomkraftgegner Hartmut Gründler, der sein Leben dem Kampf gegen die Atompolitik der damaligen Schmidt-Regierung widmete. Und der sich dann am 16. November 1977 in Hamburg während des SPD-Bundesparteitags mit Benzin übergossen und angezündet hat. Ljubić schafft es aber auf beeindruckende Weise, diese brachiale Tat nicht in den Mittelpunkt seines Romans zu rücken. Er lässt uns die Geschichte von Hartmut Gründler nämlich aus der Perspektive von Hanno Kelsterberg erleben. Hanno ist sieben Jahre alt, als seine Mutter den Umweltaktivisten Gründler kennenlernt und sich dessen Idealen verschreibt. Welche Tribute der Kampf um das vermeintlich Gute von allen fordert und wie privat das Politische werden kann, davon erzählt Nicol Ljubićs neuer Roman leicht und verstörend zugleich.

In "Zwei nach Eins" erfahren wir, wie schwierig der Schreibprozess für ihn war und was ihn an dieser Geschichte interessiert hat. Außerdem erzählt Werder-Fan Nicol Ljubić, was er an Bremen schätzt, welche Erinnerungen er an seine bewegte Kindheit in anderen Ländern hat und warum ein Heiratsvermittler in Wilhelmshaven ihm einige Probleme bereitet hat.

Das Gespräch zum Anhören:
Autor Nicol Ljubić mit neuem Roman: "Ein Mensch brennt" [37:02 Minuten]

Moderation: Katrin Krämer

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 29. November 2017. 13:05 Uhr

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