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Zwei nach Eins

Michael Kohlmann

Tennis-Bundestrainer

11. September 2017, 13:05 Uhr

46.808 Tennisplätze gibt es in Deutschland. Auf einem davon, beim Herdecker T.C. Grün-Weiß, hat Michael Kohlmann seine ersten Bälle übers Netz geschlagen. Mit 14 Jahren war er schon Deutscher Meister und gehörte zu den Tennis-Talenten des Landes. Vom 15. bis 17. September kämpft er nun als Kapitän des deutschen Davis Cup Teams gegen dessen Abstieg aus der Weltgruppe.

Michael Kohlmann [Quelle: DPA , Arne Dedert]
Michael Kohlmann [Quelle: DPA , Arne Dedert]

In den Achtziger und Neunziger Jahren war der deutsche Tennissport in aller Munde. Boris Becker und Steffi Graf gewannen Turniere um Turniere und brachten Medaillen und Pokale von der Plätzen der Welt mit. Mit Angelique Kerber und Alexander Zverev hat das deutsche Tennis auch aktuell herausragende Akteure, wenn auch zum Glanz der Achtziger derzeit ein bisschen was fehlt. Michael Kohlmann ist seit vielen Jahren Teil dieses Tennis-Zirkus': Erst als talentierter Teenager, dann als Profi unter den Top 100 der Welt.

Tennis ist eine Sportart, die du wirklich in jedem Alter spielen kannst, auch als Kind schon. Ich bin groß geworden und hab gegen die Garage meiner Eltern gespielt. Also man kann's auch alleine spielen zu Beginn und bis ins hohe Alter hinein Doppel. Es gibt so viele Variationen und Möglichkeiten.

Immer schneller, immer professioneller

Als Kind spielte Michael Kohlmann die Bälle in Herdecke über's Netz, wo der Vater einen eigenen Verein gegründet hatte. Mit gerade einmal 14 Jahren wurde er Deutscher Meister und gehörte zu den besten Nachwuchspielern des Landes. Seit seinen Jugendtagen hat sich aber einiges verändert. Das ganze Tennis-Business ist professioneller geworden, weiß Kohlmann. Jeder Spieler habe heute ganze Teams mit Technik-Trainern, Konditionstrainern und Physiotherapeuten um sich herum. Aber nicht nur das:

Die Schläger sind schon Hochleistungsmaschinen geworden, würde ich sagen. Das ist schon extrem. Die Bälle haben sich auch mitentwickelt, sind schneller geworden.

Davis Cup 2017

Vom 15. bis 17. September werden die Halbfinals des diesjährigen Davis Cups ausgetragen. Das deutsche Team schied in diesem Jahr bereits in der Vorrunde aus und spielt in Lissabon um den Verbleib in der Weltgruppe.

Davis Cup: Bangen um den Abstieg.

Seit 2013 ist Michael Kohlmann nun Bundestrainer für den Nachwuchs und seit 2015 Kapitän des deutschen Davis Cup Teams. Das kämpft vom 15. bis 17. September in Portugal gegen den Abstieg aus der Weltgruppe und muss auf Stars wie Alexander Zverev, dessen Bruder Mischa oder Philipp Kohlschreiber verzichten.

Ich bedauere es. Ich bedauere, dass wir auf diese drei verzichten müssen. Die Sache ist ja die, dass man als Verband keinen Spieler zwingen kann zu spielen. Es ist die freie Entscheidung des Spielers. Wir haben aber jetzt ein gutes Team dabei und haben vier Spieler dabei, die darauf brennen, in Portugal zu spielen und den Klassenerhalt zu schaffen.

Ein Abstieg wäre fatal, ist Kohlmann überzeugt. Denn mit Spielern wie den Zverev-Brüdern und Kohlschreiber könne Deutschland den Davis Cup sogar einmal wieder gewinnen, meint der 43-Jährige.

In "Zwei nach Eins" spricht Michael Kohlmann über die Jagd auf die Spitzenreiter der Tennis-Weltrangliste, seine Arbeit mit jugendlichen Talenten und seine neue Zusammenarbeit mit Boris Becker.

Das Gespräch zum Anhören:
Davis-Cup Teamchef Michael Kohlmann [34:21 Minuten]

Moderation: Martin Busch

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 11. September 2017, 13:05 Uhr

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