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Zwei nach Eins

Markus Imhoof

Filmregisseur

17. Mai 2018, 13:05 Uhr

Bei seinem Namen werden viele Menschen erstmal an Bienen denken. Denn Markus Imhoofs Dokumentarfilm “More Than Honey” machte den 76-Jährigen bei einer neuen Generation von Kinogängern bekannt. Nun läuft sein neuer Film in den Kinos: “Eldorado” erzählt die Geschichte von Flüchtlingen, die von Afrika aus nach Europa wollen – und ist im Bremer Kino "City 46" zu sehen.

Markus Imhoof [Quelle: Radio Bremen, Marius Zekri]
Markus Imhoof [Quelle: Radio Bremen, Marius Zekri]

"Eldorado" wurde 2018 mit großem Erfolg auf der Berlinale gezeigt. Für diesen Film fuhr Imhoof auf einem Kriegsschiff der italienischen Marine mit, das Menschen aus dem Mittelmeer gerettet hat. Er drehte in Flüchtlingslagern und in den Ghettos, in denen jene Menschen landen, deren Asylantrag nicht erfolgreich war. Seine Beobachtungen aus der Gegenwart verknüpft Imhoof mit seiner Vergangenheit – seinen ersten Kontakt mit Menschen auf der Flucht hatte er im Alter von vier Jahren, als seine Familie während des Zweiten Weltkrieges ein junges Mädchen aus Italien aufnahm.

Das Falscheste ist das Wort "Krise“, weil "die Flüchtlingskrise" suggeriert, dass es bald vorbei ist und dann können wir das Thema abhaken. Aber das Thema ist etwas – was man an meinem eigenen Leben sieht – dass in Wellen immer wieder kommt. Man muss dazu eine Haltung entwickeln, sowohl eine persönliche als auch eine politische.

Aufruhr in der Schweiz: "Das Boot ist voll"

"Eldorado" im Kino

Markus Imhoofs neuer Film läuft am 17., 20. und 21. Mai 2018 um 20:30 Uhr im Kino "City 46" in Bremen. Am 18., 19., 22. und 23. Mai ist der Film dort bereits um 18 Uhr zu sehen.

Imhoof ist seit über 50 Jahren Regisseur, hat bislang vor allem Spielfilme gemacht. In seiner Heimat, der Schweiz, sorgte er damit mehr als einmal für einen Skandal. Einige seiner Filme wurden verboten. Anfang der Achtziger Jahre löste er mit dem Drama “Das Boot ist voll” eine Diskussion über die Rolle der Schweiz während der Nazi-Zeit aus. Das Land wies damals viele Juden, die aus Deutschland geflüchtet waren, an seinen Grenzen ab und schickte sie so in den sicheren Tod. Für diesen Film erhielt Imhoof unter anderem einen Silbernen Bären und eine Oscar-Nominierung.

Wanderjahre, die nach Berlin führen

Markus Imhoof [Quelle: Radio Bremen, Marius Zekri]
Markus Imhoof ist einer der wenigen bekannten Schweizer Filmemacher. [Quelle: Radio Bremen, Marius Zekri]

In “Zwei nach Eins” erzählt Imhoof von seiner Jugend in der Schweiz und seinen Wanderjahren, die ihn erst nach Italien führten und dann nach Berlin. Hier hat er in den Achtziger Jahren schon einmal gewohnt, seit 2003 ist er wieder an der Spree zu Hause. Außerdem verrät er im Gespräch, wie es gekommen ist, dass er anfing Dokumentarfilme zu machen und warum er für eins seiner Projekte sogar als Gefängniswärter gearbeitet hat.

Das Gespräch zum Anhören:
Wo ist das "Eldorado"? – Filmregisseur Markus Imhoof [37:50 Minuten]

Moderation: Marius Zekri

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. Mai 2018, 13:05 Uhr

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