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Zwei nach Eins

Kathrin Erdmann

Künftige ARD-Korrespondentin in Japan

1. Februar 2018, 13:05 Uhr

Jede Menge Vielfalt und viele, viele Hochhäuser – das macht Kathrin Erdmanns künftiger Einsatzort Tokio aus. Ab September berichtet die Journalistin für die ARD aus der japanischen Hauptstadt und bringt auch den Bremen-Zwei-Hörerinnen und Hörern das manchmal geheimnisvolle Japan, den Konflikt mit Nordkorea und einen Teil Mikronesiens ein Stückchen näher.

Kathrin Erdmann [Quelle: Radio Bremen, Christian Bordeaux]
Kathrin Erdmann [Quelle: Radio Bremen, Christian Bordeaux]

In Bremen zeigt das Übersee-Museum gerade eine Sonderausstellung zu Japan – Kathrin Erdmann hat das Glück, bald alltäglich durch die Straßen Tokios streifen und Entdeckungen machen zu können. Denn zwischen blinkender Unterhaltungselektronik und traditionellen Ritualen gibt es viele Geschichten zu entdecken.

Es ist eine tolle Region, wenn man das Radio liebt, und wenn man vor allem so gerne Reporterin ist wie ich.
Blick auf die Skyline von Tokyo [Quelle: Radio Bremen, Maria Klindworth]
Hochhäuser reihen sich an Hochhäuser. Rund 38 Millionenn Menschen leben in der Metropolregion Tokio. [Quelle: Radio Bremen, Maria Klindworth]

Überrascht war Erdmann aber davon, dass sie mit Englisch in der Weltstadt Tokio überhaupt nicht weiterkam. Auf englisch eine Nudelsuppe bestellen? Fehlanzeige. Jetzt lernt sie japanisch, damit sie sich wenigstens in Alltagsfragen verständigen kann und mit dem nötigen Respekt ihren Interviewpartnern begegnen kann.

Traditionen im Innern, Abschottung nach außen

Respekt ist auch der rote Faden, der sich durch viele soziale Beziehungen in Japan zieht. Hierarchische Strukturen bestimmen die Arbeitswelt, und die Familie genießt einen hohen Stellenwert im "Land der aufgehenden Sonne". Aber Japan kämpft mit einer extrem niedrigen Geburtenrate und einer alternden Bevölkerung. Zuwanderung gibt es kaum.

Das Land stirbt langsam aus, wenn sie nicht sozusagen umsteuern, was Migration angeht.

Säbelrasseln in Nordkorea

Von Tokio aus behält Kathrin Erdmann künftig auch den Nordkorea-Konflikt im Blick. Monatelang erlebte die Welt zuletzt das Säbelrasseln zwischen Kim Jong-Un und Donald Trump, während jetzt kurz vor den Olympischen Winterspielen in Südkorea diplomatisches Tauwetter einsetzte.

Beide Seiten wissen: Letztendlich kann es so auf Dauer nicht weitergehen. Man muss ja irgendwie eine Lösung finden. Aber Nordkorea wird nicht vom Atomprogramm ablassen, und die USA wollen Nordkorea nicht als Atommacht anerkennen. Irgendwo muss man sich in der Mitte treffen.

Als Journalistin ist es schwierig, überhaupt in das Land hereinzukommen, weiß Erdmann. Aber sie will es versuchen und grübelt schon über interessante Themen nach, die nur wenig mit Politik zu haben. Falls es mit einem Besuch Nordkoreas einmal klappen sollte, weiß die 47-Jährige aber auch, dass sie sich vor Ort nicht wird frei bewegen können. Interviewpartner werden ausländischen Journalisten zugeleitet, und ein Begleiter vom Regime ist immer dabei.

Das Tor des Itsukushima-Schreins scheint bei Flut zu schweben. [Quelle: Radio Bremen, Maria Klindworth]
Auch das Tor des Itsukushima-Schreins wird Erdmann sicherlich bald besuchen. [Quelle: Radio Bremen, Maria Klindworth]

Großereignisse bringen Japan in die Nachrichten

Ein neuer Kaiser ab 2019, der G20-Gipfel 2019, Olympische Spiele 2020 – auf Kathrin Erdmann kommt ab September 2018 eine spannende Berichtszeit in Japan zu. Mehr von der vielfältigen Küche, von der Aufarbeitung der Fukushima-Katastrophe und Kaiser Akihito erzählt die künftige ARD-Korrespondentin in "Zwei nach Eins".

Das Gespräch zum Anhören:
Taucht ein ins Lichtermeer Tokios – ARD-Journalistin Kathrin Erdmann [28:11 Minuten]

Moderation: Martin Busch

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 1. Februar 2018, 13:05 Uhr

Weitere Informationen:

Denkanstöße: Kathrin Erdmanns Blog Berichtet aus Istanbul: Karin Senz Ulrich Tilgner, Langjähriger ZDF-Auslandsjournalist
Zwei nach Eins
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