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2 nach 1

Esther Gronenborn

Filmemacherin

8. September 2017, 13:05 Uhr

Angefangen hat Esther Gronenborn mit Musikvideos. Sehr zum Leidwesen ihres Professors an der Filmhochschule München, der eine solche Regiearbeit nicht angemessen fand. Doch dann heimste ihr erster Spielfilm gleich mehrere Preise ein. Ihr aktueller Film "Ich werde nicht schweigen" handelt von der Geschichte der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen bei Oldenburg.

Esther Gronenborn [Quelle: DPA, Dave Bedrosian/Geisler-Fotopress]
Esther Gronenborn [Quelle: DPA, Dave Bedrosian/Geisler-Fotopress]

Rund 1.500 Menschen haben die Nationalsozialisten dort damals buchstäblich verhungern lassen. Esther Gronenborn wurde durch die eigenen Erfahrungen ihrer Großmutter, die 1950 in Wehnen eingeliefert wurde, zur Filmidee inspiriert. Niemand habe damals genau gewusst, warum die Großmutter dort eigentlich hinmusste.

Sie wurde plötzlich eingeliefert und war dann ein Jahr weg!

"Ich werde nicht schweigen"

Film-Tipp

"Ich werde nicht schweigen" läuft am 8. September 2017 um 20:15 Uhr auf Arte.

Gronenborn erzählt in ihrem Film die Geschichte einer jungen Mutter, die 1948 in Wehnen eingeliefert wird. Sie erlebt gewaltvolle Anwendungen mit Elektroschocks, muss Eisbäder ertragen und wird mit Spritzen ruhiggestellt. Auch Gronenborns Großmutter hatte so etwas damals erleben müssen. Nach und nach erfährt Protagonistin Margarete Oelkers, gespielt von Nadja Uhl, dann von der grausamen Geschichte der Heilanstalt.

Regisseurinnen sichtbarer machen

Esther Gronenborn stammt aus Oldenburg, lebt aber in ihrer Wahlheimat Berlin. Im Vorstand von "Pro Quote Regie", einem Zusammenschluss von Regisseurinnen in Deutschland, engagiert sich die Filmemacherin für mehr Sichtbarkeit von weiblichen Regieführenden. Knapp die Hälfte der Absolventen deutscher Filmhochschulen sind Frauen, so Gronenborn, aber viele verschwinden nach ihrem ersten Film offenbar in der Masse der Filmschaffenden.

Die Zuschreibung, die man an Regie als Beruf macht, ist: Das ist eine Führungskraft. Und wir haben in fast allen Gebieten in Deutschland bei Führungskräften einen Frauenmangel. Es erfordert Durchsetzungskraft, und das wird allgemeinhin Männern zugeschrieben.

So komme es oft dazu, dass Männern die Umsetzung von Filmen häufiger zugetraut wird, ist Esther Gronenborn überzeugt.

In "2 nach 1" spricht Esther Gronenborn über die Leidenschaft fürs Filmemachen, ihren ersten Film "Alaska.de" und über die Vereinbarkeit von Familie und Film-Set.

Das Gespräch zum Anhören:
Regisseurin Esther Gronenborn [36:13 Minuten]

Moderation: Kristin Hunfeld

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 8. September 2017, 13:05 Uhr

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