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Zwei nach Eins

Dagmar Katz

Mitbegründerin "Hospizverein Bremen"

12. Oktober 2017, 13:05 Uhr

Am Sterben anderer teilzuhaben, sie zu unterstützen und bis in den Tod zu begleiten? Das war früher ein noch größeres Tabu als heute, weiß Dagmar Katz. Sie hat vor 20 Jahren den "Hospizverein Bremen e.V." mitbegründet und erinnert zum Welthospiztag am 14. Oktober 2017 daran, dass auch schwerstkranke und sterbende Menschen würdevolle Lebenshilfe benötigen.

Dagmar Katz [Quelle: Radio Bremen, Kerstin Burlage]

Zum 20-jährigen Jubiläum ihres "Hospizvereins Bremen" spricht Dagmar Katz darüber, weshalb sie sich mit ganzem Herzen für die Hospizarbeit engagiert. Dass sie einen Verein gründen wollte, der sich um die Begleitung von Sterbenden kümmert, das war ihr irgendwann einfach klar, sagt Dagmar Katz.

Wir wollten nicht, dass die Menschen in Krankenhäusern sterben, in die Badezimmer geschoben werden, so wie das früher ja leider oft war, und niemand hat sich gekümmert. Es gab auch im medizinischen Bereich ganz große Berührungsängste mit dem Thema.

Ein steiniger Weg

Also gründete sie gemeinsam mit einigen Mitstreiterinnen 1997 den "Hospizverein Bremen". Ihr Vorbild war Cicely Saunders, eine britische Ärztin und Krankenschwester, die in den 1960er Jahren in England das erste Hospiz eröffnet und damit die Hospizbewegung begründet hatte. "Leben bis zuletzt" sollte das Motto des Vereins sein. Der Start war nicht leicht, die finanziellen Mittel waren minimal. Selbst von der Kirche gab es Widerstände, berichtet Dagmar Katz.

Aber es hat uns immer wieder motiviert, weiterzumachen, weil wir wussten: Die Idee ist richtig, und es ist gut, so was zu machen.

Engagement, das auch bereichert

Das hat sich bestätigt: Heute hat der Verein mehr als 170 Mitglieder, bietet Ausbildungen zur Sterbebegleitung an, organisiert Schulungen und Fortbildungen für seine Mitglieder. Im Mittelpunkt steht für Dagmar Katz dabei immer die Begleitung selbst. Die sei keineswegs immer schrecklich bedrückend, wie viele vermuteten.

Ich hab' in den allermeisten Fällen meiner Begleitungen immer das Gefühl gehabt, bereichert da rauszugehen. Ich war immer beschenkt. Es war auch eine unglaubliche Dankbarkeit immer wieder da, dass ich das mit der Person gemeinsam haben konnte.

Das Gespräch zum Anhören:
Sterbebegleiterin Dagmar Katz [36:08 Minuten]

Moderation: Kerstin Burlage

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 12. Oktober 2017, 13:05 Uhr

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