Livestream

Bremen Zwei Sendungen Zwei nach Eins

Jetzt neu: butenunbinnen.de, alles wichtige aus der Region

Zwei nach Eins

Arman T. Riahi

Regisseur und Autor

5. September 2017, 13:05 Uhr

"Migrationshintergrund" ist ein Wort, das der österreichische Regisseur Arman T. Riahi überhaupt nicht leiden kann. Jetzt läuft in den Kinos sein Film "Die Migrantigen" über eben dieses Thema an. Eine Komödie mit ernstem Kern: die Auseinandersetzung mit den eigenen Wurzeln.

Arman T. Riahi [Quelle: DPA, Robert Newald]
Arman T. Riahi [Quelle: DPA, Robert Newald]

1983 flüchtete Arman T. Riahis Familie vom Iran nach Österreich. Seine ersten Kurzfilme drehte er bereits während der Schulzeit. Danach studierte er in St. Pölten und London Medientechnik. Seitdem arbeitet Riahi als freier Regisseur und Autor – manchmal auch zusammen mit seinem älteren Bruder Arash.

Das geneigte Publikum

Sein  aktueller Film "Die Migrantigen“ erscheint jetzt in den deutschen Kinos. Auf diversen Filmfesten hat er aber schon abgeräumt: In Emden erhielt er 2017 dafür bereits den Creative Energy Award und beim Filmfestival Max Ophüls Preis den Publikumspreis. Auch bei den Kinogängern in Nashville ist er positiv angekommen und wurde dort mit dem Publikumspreis ausgezeichnet. Die Veranstaltung in Nashville ist immerhin eines der fünf größten Filmfestivals der USA. Hauptdarsteller und Co-Autor Faris Endris Rahoma war eigentlich schon auf den Rückflug und hat per Zufall erfahren, dass der Film gewonnen hatte.

Wir hatten nur ein Screening, und es waren relativ wenige Leute im Saal. Aber die, die da waren, haben mit so einer Begeisterung für den Film abgestimmt, dass wir den Publikumspreis gewonnen haben.

Wie werde ich Ausländer

Im Mittelpunkt des Films stehen zwei junge Männer: der eine Schauspieler, der andere arbeitet im Bereich Werbung. Beide sind eher glücklose Wiener – mit sogenanntem "Migrationshintergrund". Als die ambitionierte Fernsehregisseurin Marlene Weizenhuber Protagonisten für eine Dokumentarserie sucht, geben sich die beiden als kleinkriminelle Zuwanderer aus – mit einer Identität, die aus Klischees und Vorurteilen besteht. Um diese aufzubauen, müssen sie aber erst lernen, "Ausländer" zu sein.

Bei "Zwei nach Eins" erzählt Arman T. Riahi von den Dreharbeiten zu "Die Migrantigen", spricht über sein politisches Engagement und verrät allen Nicht-Österreichern, was ein "Tschusch" ist.

Moderation: Kristin Hunfeld

Das ganze Gespräch zum Anhören:
Regisseur Arman T. Riahi [34:59 Minuten]

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 5. September 2017, 13:05 Uhr

Zwei nach Eins
Mehr zur Sendereihe "Gesprächszeit"
Service