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Bremen Zwei Klassikwelt

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Klassikwelt

Transkriptionen und Bearbeitungen

13. August 2017, 19:05 Uhr

Mit dem Start von "Bremen Zwei" geht auch die Veränderung unseres Magazins Hand in Hand. Die Klassikwelt ist auf den Sonntag gerutscht. Das Thema am 13. August um 19 Uhr: Transkriptionen und Bearbeitungen. Am Mikrofon: Wilfried Schäper

Noten auf Papier [Quelle: Montage Radio Bremen]

Klassische Werke

George Bizets Oper "Carmen" gehört zu den meistgespielten der Welt und wimmelt nur so vor Ohrwürmern. Nach dem Tod von Bizet hat dessen Freund Ernest Guirod einige davon zu Orchestersuiten zusammengestellt, und knapp 100 Jahre später bearbeitet der russische Musiker Rodion Schtschedrin sie erneut. In dieser Bearbeitung sind 47 Schlaginstrumente zu hören.

Auch für andere Instrumente, zum Beispiel für die Gitarre, wurden klassische Stücke umgeschrieben. Der Leiter der bekannten Rotenburger Gitarrenwoche, Hans Wilhelm Kaufmann, erzählt darüber, wie Werke des Pianisten Enrique Granados für das Saiteninstrument neu arrangiert wurden.

Rückschau in die Vergangenheit

Wenn Alte Musik neu instrumentiert und arrangiert wird, entsteht eine eigenwillige Mischung. Der italienische Komponist Ottorino Respighi nimmt Melodien des Frühbarocks, verpackt sie romantisch, und so wurde der "Neo-Barock" geboren. Spannend wird es auch, wenn Musiker wie Arnold Schönberg Werke anfassen. Aus Stücken, die für vier Instrumente geschrieben wurden, entstanden dann plötzlich orchestrale Werke.

Raritäten der Klaviermusik

Auch Franz Liszt bearbeitete Musikstücke. Er hat zum Beispiel Schumanns Lied "Frühlingsnacht" für das Klavier transkribiert. Eines der renommiertesten Festivals ist das Husumer Festival "Raritäten der Klaviermusik". Seit 30 Jahren treffen sich hier bekannte Pianisten und brillieren mit selten gespielten Werken. Auch Bearbeitungen gehören hier zur Tagesordnung. Besonders spektakulär klingen Arrangements für das Klavier, weil ein ganzes Orchester auf 88 Tasten übertragen wird.

Ebenso wie Werke für wenige Instrumente für Orchester bearbeitet wurden, gibt es den umgekehrten Fall davon. Klaus Simon, Komponist und Arrangeur, hat 2007 die vierte Sinfonie von Gustav Mahler, ein Werk, das für 100 Musiker geschrieben wurde, für ein Ensemble von 15 Künstler arrangiert. Spezialisten für solch heikle Werke ist das Detmolder Kammerorchester und deren Leiter Alfredo Perl.

13. August 2017 [PDF, 18 Kb]

Der CD-Tipp

Cover: Los Temperamentos, Amor Y Locura, Arcantus [Quelle: Arcantus]
Los Temperamentos, Amor Y Locura, Arcantus [Quelle: Arcantus]

Amor Y Locura
Die Künstler gründeten 2009 nach ihrem Studium an der Hochschule für Künste Bremen das Alte Musik Ensemble "Los Temperamentos". Ihr Repertoire umfasst vorrangig die Musik des 17. und 18. Jahrhunderts, und ihr zweites Album wurde für den International Classical Music Award 2016 nominiert. Nun folgt das dritte.

Los Temperamentos: Amor Y Locura

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