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Rachmaninow und Medtner

Doppelporträt der beiden russischen Komponisten

17. September 2017, 19:05 Uhr

Im Mittelpunkt unserer Sendung stehen zwei Künstler, die manchmal wie etwas ungleiche Zwillinge wirken. Während der eine weltbekannt durch seine Musik wurde, ist der andere nach wie vor ein Geheimtipp. Am 17. September um 19 Uhr blickt Bremen Zwei auf das Leben und die Werke der beiden Musiker.

Nikolai Medtner auf einer Postkarte (1910) [Quelle: Radio Bremen]
Nikolai Medter

Nikolai Medtner

Beide waren großartige Pianisten und am Moskauer Konservatorium schon zu Studienzeiten regelrechte Starvirtuosen. Die Unterschiede zwischen den beiden Komponisten: Sergei Rachmaninow galt als der größere Melodiker und Nikolai Medtner der raffiniertere Harmoniker. Zwar stand bei Medtner das Klavier im Fokus, doch hat er auch mehr als 100 Lieder geschrieben. 1910 entstanden fünf Lieder nach Gedichten von Friedrich Nietzsche, Werke, die nur ganz selten aufgeführt werden und stilistisch eine Mischung aus West und Ost sind. Medtner hat ein musikalisches Format "erfunden": seine "Märchen" für Klavier. Er hat übrigens im Gegensatz zu Rachmaninow nur wenig für großes Orchester geschrieben. Neben drei Klavierkonzerten beschränkte er sich auf das Soloklavier, Kammermusik und Lieder.

Medtner wuchs in einem kulturorientierten Elternhaus auf und studierte schon mit zwölf Jahren am Moskauer Konservatorium Klavier. Seine Laufbahn als Pianist gab er zugunsten des Komponierens auf. Als Komponist war er Autodidakt. Er ging nach der russischen Revolution in den Westen und lebte in Berlin, den USA, Paris und London. Gerade im Westen wurde er als restaurativ angesehen, seine Kompositionen gerieten zunehmend ins musikalische Abseits. Ein Grund vielleicht, warum Medtner noch immer wenig bekannt ist. Elisabeth Richter stellt Ihnen diesen eigenwilligen Künstler in einem Porträt ausführlicher vor.

Nicolai Medtner [5:58 Minuten]

Sergei Rachmaninow [Quelle: Bain News Service]
Sergei Rachmaninow [Quelle: Bain News Service]

Sergei Rachmaninow

Sergei Rachmaninow dagegen bediente fast alle Genres bis hin zur Oper oder Orchesterkantate. 1913 schrieb er seine monumentale Chorsinfonie "Die Glocken" nach einer literarischen Vorlage von Edgar Allen Poe. Ebenso wie Nikolai Medtner schrieb er Klavierlieder. Eines seiner berühmtesten Stücke ist sein Klavierkonzert Nr. 2 in c-moll. Während seine Werke überall auf den Bühnen der Welt gespielt werden, geriet Nikolai Medtner in Vergessenheit. Der kanadische Pianist Marc-André Hamelin ist ein großer Fan von ihm und wurde für seine Einspielungen des Klavierkonzertes Nr. 2 von Medtner gerade mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.

Außerdem im Magazin:

CD-Tipp: Medtner / Rachmaninow
Seine CD-Einspielungen sind legendär und laden ein, längst vergessene Klavierwerke neu zu entdecken. Der kanadische Pianist Marc-André Hamelin ist dadurch zum Vorbild für jüngere Kollegen wie Igor Levit und Joseph Moog geworden. Nun hat er Klavierwerke von Medtner und Rachmaninov eingespielt.

Marc-André Hamelin: Medtner / Rachmaninov

Am Mikrofon: Wilfried Schäper

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 17. September 2017, 19:05 Uhr

17. September 2017 [PDF, 19 Kb]
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