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Klassikwelt

Regen, Gewitter und Sturm

25. Februar 2018, 19:05 Uhr

Passend zur Jahreszeit und zum Monat November drehte sich in unserer Klassikwelt Anfang November alles um das Wetter. Wie haben sich Komponisten diesem Thema genähert und es in ihren Werken verarbeitet. Welche Bedeutung hat es in der Musikwelt? Hier die Wiederholung der Sendung...

Blitzeinschlag in Niedersachsen [Quelle: Imago, Westend61]

Wie haben Komponisten Unwetter auf die Bühne gebracht? In Frankreich zum Beispiel hat es das Wetter in der Oper auf die Bühne geschafft. Dafür wurden die Felle der Pauken gelockert, und schon klingt es wie Donner und Regenschauer. Manchmal wurden auch ganz neue Instrumente erdacht und umgesetzt, um das Heulen des Windes nachzubilden. Orgeln können Sturm und Donner nachahmen. Und Franz Liszt schlägt in die Tasten, dass sie den Zuhörern nur so um die Ohren fliegen.

Eine stürmische Musikgeschichte [5:33 Minuten]

Metaphern für Mensch und Geschichte

Doch es geht auch sanfter, wie Clara Schumann in ihrem Werk "Er ist gekommen" zeigt. Sturm und Regen bringen den Freund und den Frühling mit. Jean Sibelius dagegen hat Bühnenmusik zu dem gleichnamigen Drama "Der Sturm" von William Shakespeare geschrieben. Hart trifft es die Fischer in der Oper "Porgy and Bess" von George Gershwin. Hier müssen die Männer, gleichgültig wie es draußen stürmt und regnet, hinaus auf das Meer. Zurück bleiben dann die Frauen, die vergeblich hoffen, dass auch dieses Mal ihre Männer mit einem guten Fang nach Hause kommen und nicht von der tosenden See verschlungen werden.

Und der Regen, der sanft den Garten wässert, entwickelt sich manchmal zu einem Schauer, der die Menschen ins Unglück stürzt. So geschieht es in dem Gedicht über den Ritter von Nikolaus Lenau, das Franz Liszt vertont hat. Eine der bekanntesten Kompositonen von Hanns Eisler ist "14 Arten den Regen zu beschreiben". Entstanden ist sie 1941 zu dem Stummfilm "Regen".

Mit Gewittern, die vielfach musikalisch als Metapher für menschliches Versagen eingesetzt werden, geht es nun weiter. Da deutet Katja nach ihrem Ehebruch ein Gewitter als Gottesurteil und nimmt sich das Leben in Alexander Ostrowskis Drama "Gewitter". Und Ludwig van Beethoven schrieb wohl die berühmteste Szene im Bereich der sinfonischen Musik. Hier fegt das Gewitter gewalttätig in das fröhliche Zusammensein der Hirten und lässt sie danach froh und dankbar für das Ende des Sturms sein.

Am Mikrofon: Wolfgang Stapelfeldt

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