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Klassikwelt

Sehnsucht

26. November 2017, 19:05 Uhr

Sie treibt uns Menschen um: die Sehnsucht nach Liebe, nach anderen Menschen, nach einer Heimat, nach Frieden und Anerkennung und manchmal sogar nach dem Tod. Das Bremen Zwei-Magazin "Klassikwelt" versucht am 26. November um 19 Uhr, diesen Begriff mit Inhalt zu füllen.

Johannes Brahms [Quelle: Radio Bremen]
Johannes Brahms

Der Traum von Heimat

Nähern wir uns einmal Johannes Brahms, der mit seinem Requiem den Menschen Trost bringen wollte und selber durch die unerfüllte Liebe zu Clara Schumann fast 20 Jahre für sein Klavierquartett op. 60 gebraucht hat. Doch auch der Wunsch nach der Heimat hat Komponisten dazu gebracht, durch ihre Musik und Gedanken so mit der eigenen Heimat verbunden zu bleiben. Ein Beispiel dafür ist Anton Dvorák. Er war dem Ruf als Direktor des Musikkonservatoriums New York in die Staaten gefolgt.

Andere haben ihr Land aus politischen Gründen verlassen müssen, wie zum Beispiel der jüdische Komponist Erich Wolfgang Korngold. Als Filmkomponist feierte er große Erfolge in Hollywood, doch ist seine Sehnsucht nach seinen Wurzeln und seiner Tradition in seinem Violinkonzert spürbar. Künstler wie Dmitri Schostakowitsch warteten einfach sehnsüchtig auf den Tod des Diktators Joseph Stalin, damit sie endlich wieder frei und ungezwungen arbeiten konnten. Er hinterließ dem Diktator in seiner 10. Sinfonie ein wenig schmeichhaftes musikalisches Denkmal.

Violeta Dinescu [Quelle: Violeta Dinescu, Nicolae Manolache]
Violeta Dinescu [Quelle: Violeta Dinescu, Nicolae Manolache]

20 Jahre Osteuropäisches Musikarchiv

Manchmal entstehen aber auch durch die Übersiedlung ins Exil wundervolle Dinge wie das Osteuropäische Musikarchiv in Oldenburg. Gegründet hat es die rumänische Pianistin Violeta Dinescu, nach ihrem Entschluss 1982, nicht mehr in die Heimat zurückzukehren. Martina Brandorff hat mit ihr über ihre Erfahrungen und Beweggründe gesprochen.

Violeta Dinescu [4:18 Minuten]

Der Komponist Peter Tschaikowsky auf einem Gemälde von 1893 [Quelle: Radio Bremen]
Der Komponist Peter Tschaikowsky auf einem Gemälde von 1893

Große Gefühle

Die Sehnsucht nach Anerkennung und Frieden spiegelt sich in Werken von Franz Schubert und Maurice Ravel wider. Oder es war die Sehnsucht nach dem Anderssein dürfen, wie bei Peter Tschaikowsky, der homosexuell war. Zu einer Zeit, in der die Moral die Menschen zur Heimlichkeit zwang und ihnen den Weg zu einem glücklichen Leben verwehrte. Nachzuempfinden in seiner Sinfonie Nr. 4. Oder aber einfach nur eine musikalische Liebeserklärung an die eigene Gattin, wie es Gustav Mahler in seiner 5. Sinfonie machte.

Am Mikrofon: Yaltah Worlitzsch

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