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Luchs 345

Kaspar, Opa und der Monsterhecht

15. Oktober 2015

Der Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs geht im Oktober an das Buch "Kaspar, Opa und der Monsterhecht" von Mikael Engström. Eine kleine große Geschichte über Vergänglichkeit, die Schönheit der Natur, Ehrlichkeit und Vertrauen. Esther Willbrandt stellt es uns vor.

Luchs 345 - Kaspar, Opa und der Monsterhecht [Quelle: dtv]
Kaspar, Opa und der Monsterhecht, Mikael Engström, dtv, Reihe Hanser, 10,95 € [Quelle: dtv]

Die Geschichte

Wir befinden uns in einem schwedischen Dörfchen, abseits der Wirren der Welt. Alle Häuser hier sind rot und haben weiße Kanten. Mit einer Ausnahme: Das Haus des Großvaters ist grau und verwittert.
Großvater ist ein sanfter, freundlicher Mensch. Er angelt gern, vor allem im Siljansee, der dem reichen Landwirt Ahman gehört. Ansonsten ist er aber ein grundehrlicher Mensch, und Kaspar vertraut ihm blind. An seine Eltern kann sich der Junge kaum noch erinnern. Sie reisen durch die Welt, um armen Menschen zu helfen und das Elend der Welt ein bisschen weniger elend zu machen. Großvater findet das verrückt.

"Mit dem Elend der Welt wird man nicht fertig. Niemand ist jemals mit dem Elend der Welt fertig geworden. Das ist wie mit dem Wetter. Das hört auch nie auf. Gutes Wetter wird zu schlechtem Wetter, und schlechtes wird zu gutem“, sagte er. "Versteh ich nicht, Opa", sagte Kaspar. "Kaum verschwindet das Elend irgendwo, taucht es anderswo als neues Elend wieder auf. Darum ist es wie das Wetter, das auch nie aufhört. So meine ich das.“

Großvater und Kaspar brauchen nicht viel zum Leben. Opa schnitzt Holzpferdchen für Touristen, das reicht für das Nötigste, den Rest lässt er beim Krämer anschreiben. Und  er holt ja auch jede Menge Fische aus dem See. Aber dann gibt der Bootsmotor den Geist auf. Und einen neuen können die beiden sich nicht leisten. Zum Glück schreibt die Zeitung genau jetzt einen Angelwettbewerb aus: Wer den größten Hecht an Land zieht, gewinnt einen nagelneuen Bootsmotor. Das Problem ist nur: Opa ist nicht als einziger scharf auf den Preis. Die Konkurrenz ist stark und skrupellos. Und gerade jetzt verlässt Opa auch noch das Anglerglück. Als er seine Chancen auf einen neuen Motor schwinden sieht, versucht er, mit einer Lüge zu gewinnen – aber das darf Kaspar auf keinen Fall zulassen.

Die Entscheidung der Jury

Dass Mikael Engström an dieser Stelle das Jüngste Gericht, Schuld  und Verdammnis ins Spiel bringt, ist für junge Leser vielleicht ein bisschen schwierig zu verstehen. Aber dass man nicht lügen darf, weil das schlimme Folgen haben kann, das begreifen auch die Kleinsten. Vor allem, wenn das Thema so poetisch präsentiert wird, wie in diesem Buch. Engström hält immer wieder inne und findet Bilder, die lange in Erinnerung bleiben. Als Leser hören wir das sanfte Ticken der Standuhr, das schabende Geräusch des Messers auf weichem Holz, wir riechen den alten Ofen in der Küche und die kühle Nachtluft über dem See. Eine kleine große Geschichte über die Vergänglichkeit, über die Schönheit der Natur, über Ehrlichkeit und Vertrauen. Über die wirklich wichtigen Dinge eben.

Der Autor

Luchs 345 - Kaspar, Opa und der Monsterhecht von Mikael Engström [Quelle: dtv]
Mikael Engström [Quelle: dtv]

Mikael Engström, geboren 1961, begann seine Schriftstellerlaufbahn mit Erzählungen für jüngere Kinder. Seine Jugendromane "Brando" und "Steppo" wurden hochgelobt, sein Buch "Ihr kriegt mich nicht!" wurde 2010 für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Angaben über das Buch

Titel: Kaspar, Opa und der Monsterhecht
Autor: Mikael Engström
Mit Bildern von Peter Schössow
Aus dem Schwedischen von Birgitta Kicherer
Verlag: dtv, Reihe Hanser

Das Audio:
Luchs 345 - Kaspar, Opa und der Monsterhecht [3:42 Minuten]

Weitere Informationen:
Luchs-Kinderbuchempfehlungen bei "Die Zeit"

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