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Luchs 326

Letztendlich sind wir dem Universum egal

Kinder- und Jugendbuchpreis

5. März 2014

Der Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs von Radio Bremen und "Die Zeit" geht im März 2014 an "Letztendlich sind wir dem Universum egal", eine Geschichte über eine außergewöhnliche erste große Liebe – und ein phantastischer Roman des amerikanischen Schriftstellers David Levithan.

Cover: David Levithan, Letztendlich sind wir dem Universum egal, Fischerverlage [Quelle: Fischerverlage]
David Levithan: Letztendlich sind wir dem Universum egal, Fischer FJB, 16,99 Euro [Quelle: Fischerverlage]

Esther Willbrandt hat "Letztendlich sind wir dem Universum egal" gelesen. Worum geht es?

In dem Buch geht es um A. A hat keinen eigenen Körper, sondern wacht jeden Morgen im Körper eines anderen Menschen auf. Einen Tag lang muss er das Leben dieser Person führen, mit den Eltern frühstücken, zur Schule gehen, Freunde treffen... und das ist ganz schön kompliziert, weil A nie weiß, mit welchem Menschen, mit welcher Identität er oder sie es heute zu tun hat.

Er oder sie? Erfährt man gar nicht, ob A ein Junge oder ein Mädchen ist?

Irgendwie hatte ich beim Lesen die meiste Zeit eine Jungsstimme im Kopf, aber eigentlich ist A geschlechtslos, steckt mal in einem männlichen Körper, mal in einem weiblichen. Es wird nicht erklärt, woher A kommt, nur dass sein Leben schon immer so war, schon als Baby.
Im Moment ist A 16 Jahre alt. Und seine "Gastgeber“ – wenn man das so nennen will – merken in der Regel nicht, dass A an diesem Tag in ihnen steckt. Das liegt auch daran, dass A sich sehr bemüht, sich dem Leben der anderen anzupassen, um möglichst keinen Schaden anzurichten. Bis er sich eines Tages Hals über Kopf verliebt. Und da geht es plötzlich zum ersten Mal um A’s eigene Bedürfnisse und worauf es im Leben wirklich ankommt,

Und das wäre?

Na, Beziehungen zu anderen Menschen einzugehen, vertrauen zu können, echte Nähe zu entwickeln. Das ist schwierig, wenn man heute ein übergewichtiger Computernerd ist und morgen ein verwöhntes Mädchen, das auf Pferde steht.
Auf Dauer ist das sehr unbefriedigend – vor allem, wenn es um die Liebe geht. A hatte sich eigentlich schon damit abgefunden, er oder sie kannte das ja nie anders und kann es sowieso nicht ändern.
Aber die Liebe ist eben unberechenbar  und als A alles daran setzt, endlich auch ein Stückchen Normalität abzubekommen und versucht tatsächlich, eine Beziehung zu seiner Angebeteten aufzubauen, die sich übrigens auch in A verliebt hat, also, in das, was A wirklich ist, nämlich in die Person hinter den wechselnden Körpern und Gesichtern – da wird A sehr, sehr leichtsinnig und es wird richtig gefährlich für ihn, soviel kann man schon mal verraten...

Das klingt ziemlich spannend...

Es ist total verrückt, aber in sich völlig stimmig und überzeugend, weil der Autor alle möglichen Fragen, die man sich bei so einer Story natürlich stellt, gleich vorwegnimmt und beantwortet. Ich hab die 400 Seiten so weggelesen und musste danach richtig wieder "auftauchen" aus dieser Geschichte. Und natürlich beschäftigt man sich beim Lesen auch mit der Frage: Was macht eigentlich einen Menschen aus? Worin besteht eigentlich meine Identität? Oder deine? Wer bin ich? Und wenn ja, wie viele...

Das Audio:
Carolina Quesada im Gespräch mit Luchs-Rezensentin Esther Willbrandt [4:30 Minuten]

David Levithan [Quelle: privat]
David Levithan [Quelle: privat]

Der Autor

David Levithan, geboren 1972, ist Verleger eines der größten Kinder- und Jugendbuchverlage in den USA und Autor zahlreicher erfolgreicher Jugendbücher, unter anderem "Will & Will" (gemeinsam mit John Green) und "Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht" (mit Rachel Cohn).
Er lebt in Hoboken, New Jersey.

Angaben zum Buch

Titel: Letztendlich sind wir dem Universum egal
Autor: David Levithan
Aus dem Englischen von Martina Tichy
Verlag: Fischer FJB
ISBN: 978-3-10-402437-0
Preis: 16,99 Euro
Erscheinungsdatum: 27. März 2014

Weitere Informationen:
Luchs-Kinderbuchempfehlungen bei "Die Zeit"

Der Luchs