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Luchs 361

Proessor Astrokatz - Physik ohne Grenzen

13. Februar 2017

Der Luchs-Preis des Monats Februar 2017 geht an den Autor Dominic Walliman und den Illustrator Ben Newman für ihr Kindersachbuch „Professor Astrokatz – Physik ohne Grenzen“. Erschienen ist es im NordSüd Verlag und eignet sich für Kinder ab 8 Jahren.

Dominic Walliman: Professor Astrokatz – Physik ohne Grenzen [Quelle: NordSüd Verlag]

Es gibt nicht so viele, die sich gerne an ihren Physikunterricht in der Schule erinnern. Eine schwierige Materie, die vielen auch irgendwie realitätsfern zu sein scheint. Auf jeden Fall hat das Studium der physikalischen Gesetze den wenigsten Spaß gemach. Das will das Buch „Professor Astrokatz – Physik ohne Grenzen nun ändern und ist dafür auch gleich mit dem Luchs ausgezeichnet worden. Esther Willbrandt hat es gelesen.

Luchs Februar 2017 - Dominic Walliman: Professor Astrokatz - Physik ohne Grenzen [6:13 Minuten]

Wer ist denn Professor Astrokatz?

Professor Astrokatz ist ein blauer Kater im Astronautenanzug, mit einem durchsichtigen kugelförmigen Helm auf dem Kopf, und in diesem Helm trägt er einen winzigen roten Hut. Und dieser blaue Kater erklärt wissenschaftliche Phänomene so, dass Kinder sie verstehen können. Zuerst haben seine Erfinder im Buch „Professor Astrokatz – Universum ohne Grenzen“ ihn ins All geschickt, und in diesem zweiten Band geht es jetzt um Physik im Alltag: Warum ist der Himmel blau? Warum können Boote schwimmen? Warum können wir den Wind nicht sehen, obwohl wir ihn spüren? Lauter solche typischen Kinderfragen werden gleich auf den ersten Seiten gestellt, und zwar von anderen Tieren, die alle in einem großen bunten Haus zusammen wohnen. Und Professor Astrokatz und sein Begleiter Astromaus stehen schon mit gepackten Koffern neben ihrer Rakete – bereit, auf all diese Fragen eine Antwort zu suchen.

Also ein neugieriger und schlauer Kater. Wo reist er denn überall hin, und welche Antworten findet er unterwegs?

Astrokatz reist durch Raum und Zeit. Los geht es gleich auf der nächsten Doppelseite, da ist das Thema „Schwerkraft“. Der Professor erklärt also, wie die Anziehungskraft alles auf der Erde und alle Planeten drumherum zusammenhält, so dass nichts im Weltall davontreibt. Und weil da natürlich Isaac Newton und sein berühmter Apfel ins Spiel kommen, erklärt Astrokatz auch gleich noch, was Wissenschaftler eigentlich den ganzen Tag so machen: genau geplante Experimente zum Beispiel. Oder Dinge vermessen: Dauer, Größe, Temperatur, Masse. Zu all diesen Begriffen zeigt Astrokatz Bilder und erklärt, wie viele Millimeter in einem Meter stecken, oder was der Unterschied von Celsius und Fahrenheit ist. Und dann geht es ans Eingemachte: Woraus ist die Welt gemacht? Jedenfalls nicht aus Käse. Aber mit einem Stück Käse demonstriert  Kollege Astromaus, dass man Dinge immer weiter zerteilen kann, immer weiter und weiter – bis man wo landet? Beim Atom. Also, man sieht schon: Astrokatz und Astromaus landen von einem Gedanken beim nächsten, weil eben alles miteinander zusammenhängt und jede Antwort immer wieder neue Fragen aufwirft.

Und würdest Du sagen, dass die Erklärungen für Kinder funktionieren? Können sie das Buch alleine lesen – oder müssen doch zwei Voraussetzungen erfüllt sein: nämlich dass sie ganz gerne lesen und dass sie sich für Physik interessieren?

Naturwissenschaften sind auch gar nicht meins, für mich ist das alles wirklich ganz schwer zu begreifen. Und ich denke, es braucht schon Interesse auf Seiten der kleinen Leser. Also: Wer sich vorher nicht für Physik interessiert hat, wird sich, glaube ich, etwas schwer tun, hier mit Begeisterung dranzubleiben. Aber ich kenne viele Kinder, die Physik total spannend finden. Und an die richtet sich wohl dieses Buch, weil es eben auch sehr abstrakte Themen verarbeitet, wie Kernfusion, elektromagnetisches Spektrum oder potenzielle Energie. Da, wo es komplizierter wird, kommen einfach weitere Tiere ins Spiel, die Astrokatz bei seinen Erklärungen unterstützen. Beim Thema Kräfte demonstriert Astrokatz zum Beispiel, wie er jeden Morgen seinen schnarchenden Freund Astromaus aus dem Bett schieben und an den Füßen zum Frühstück ziehen muss – beide natürlich stilecht in gestreiften Pyjamas.

Also, die Bilder helfen kräftig mit, auch schwierige Themen zu verstehen?

Ja, ohne Bilder ginge das auch gar nicht. Hier sind die Bilder zwar eindimensional, wie aus Buntpapier ausgeschnitten. Aber sie sind auch sehr farbig, und durch viele kleine Einzelillustrationen dann eben doch wieder vielfältig. Und so anspruchsvoll und vermeintlich dröge das Thema, so witzig werden die Erklärungen vom Illustrator aufgegriffen. Es geht zum Beispiel an den Strand. Astrokatz erklärt, wie sich flüssige Wassermoleküle beim Erhitzen in Gas verwandeln. Und das macht er, während er im Hawaiihemd an der Strandbar Cocktails an bikini-tragende Katzen serviert – ohne Astronautenhelm natürlich.

Es gibt zwar ganz schön viel Text, den man auch konzentriert lesen muss – aber erstmal kriegen die Tierbildchen die ganze Aufmerksamkeit: Tiere, die sonnenbaden, die lesen, die Radfahren… und dabei entdeckt man dann en passant, was rechts und links davon geschrieben steht. Wir Leser folgen Astrokatz einfach total gerne überallhin – ins All, auf die Skipiste und sogar auf den Meeresgrund – und lassen uns mit Schnurrestimme erklären, was unsere Welt zusammenhält.

Dominic Walliman: Professor Astrokatz - Physik ohne Grenzen. Mit Bildern von Ben Newman. Aus dem Englischen von Sylvia Prahl. NordSüd Verlag, Zürich 2016. 72 Seiten; 22,99 € – Ab 8 Jahren

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