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Radio-Bremen-Krimipreis 2001

Friedrich Ani

Eindruckvoller Realismus

24. September 2001

In seinem ersten Jahr ging der Radio-Bremen-Krimipreis an Friedrich Ani für seinen Roman "German Angst". Laudator Frank Göhre hob hervor, das Buch von Ani "sticht durch seinen eindruckvollen Realismus hervor".

Thema: Fremdenfeindlichkeit in einer deustchen Großstadt

Buchcover: German Angst [Quelle: Knaur]
Friedrich Ani: German Angst, Knaur, 2001 [Quelle: Knaur]

Mit seinem Roman "German Angst", in dem Ani nach einem realen Vorbild eine Geschichte von Fremdenfeindlichkeit in einer deutschen Großstadt erzählt, wurde der Autor für den Glauser-Autorenpreis nominiert. Im Jahr 2001 erhielt er für "German Angst" den erstmals ausgeschriebenen "Radio-Bremen-Krimipreis". Laudator Frank Göhre hob anlässlich der Preisverleihung hervor, das Buch von Ani steche durch seinen eindrucksvollen Realismus hervor: "German Angst" zeichnet als "bestes Exempel des Genres" ein beklemmendes Bild der Verbrechenswelt in der Bundesrepublik von heute.

Seinen Roman "Die Erfindung des Abschieds" wählten Kritiker in der Schweiz als einziges deutschsprachiges Buch unter die zehn besten Kriminalromane der neunziger Jahre. Für vier seiner Romane um den Vermisstenfahnder Tabor Süden erhielt Ani den Deutschen Krimipreis. 

Erfolgreich: Geschichten um Kommissar Tabor Süden

Über seine Figur des Kommissars Tabor Süden aus dem Vermisstendezernat sagte Friedrich Ani: "Ich fand es auch erstaunlich, dass vor mir eigentlich kaum jemand über Vermisste geschrieben hat, merkwürdigerweise. Das war eigentlich immer mein Thema. Ich habe eine große Zuneigung zu Leuten, die verschwinden oder weggehen wollen. Im Laufe der Zeit habe ich festgestellt, dass es eigentlich bei allen meinen Geschichten um jemanden geht, der aufbricht und weggehen will.  Und dann habe ich mir gedacht: Vielleicht geht das auch in einem Kriminalroman einigermaßen spannend." (Süddeutsche Zeitung, 17.1.2003, Interview: Franz Kotteder)

Nach dem Erfolg der Süden-Reihe erklärte Friedrich Ani kurzzeitig seinen Rückzug von der Kriminalliteratur, kehrte aber 2006 mit "Idylle der Hyänen", dem ersten Titel einer Reihe um den Ex-Mönch und Kripo-Kommissar Polonius Fischer, wieder zum Kriminalroman zurück.

Vorbilder: Georges Simenon und Anton Tschechow

Friedrich Ani [Quelle: DPA]
Friedrich Ani [Quelle: DPA]

Friedrich Ani wurde 1959 in Kochel am See geboren. Er absolvierte die Drehbuchwerkstatt an der Hochschule für Fernsehen und Film in München und arbeitete als Kulturjournalist, Polizeireporter und Hörfunkautor sowie als Drehbuchautor für die Fernsehserien "Tatort", "Ein Fall für zwei", "Rosa Roth" und "Faust". Friedrich Ani lebt heute als freier Schriftsteller in München. Er schreibt auch für das Fernsehen, Radio und Theater.

Als Vorbilder bezeichnet der Wahl-Münchener Georges Simenon (man kann ihn so wunderbar anhimmeln, weil man ihn niemals erreicht) und Anton Tschechow (ohne ihn möchte ich nicht auf eine einsame Insel verbannt werden). Letztendlich nützten ihm Vorbilder jedoch nicht, meint Ani: "Sie schweigen einen bloß an, wenn das Schreiben einmal nicht weiter geht."

Porträt: Friedrich Ani
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