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Radio-Bremen-Krimipreis 2005

Veit Heinichen

Triest als Schauplatz mitteleuropäischer Kultur

29. September 2005

Veit Heinichen [Quelle: DPA]
Krimiautor Veit Heinichen [Quelle: DPA]

Radio Bremen verleiht seinen Krimipreis 2005 an Veit Heinichen aus Triest. Die Jury zeichnete den Autor aus für seine feinfühlige, unterhaltsame und genaue Erforschung der historisch-politischen Verflechtungen, die Triest als Schauplatz mitteleuropäischer Kultur kennzeichnen.

Veit Heinichens Commissario Proteo Laurenti ermittelt gegen internationale Korruption, gegen Handel mit Waffen, Drogen und menschlichen Organen, er kämpft gegen Prostitution und Menschenschmuggel.

Ein Grottenolm als Namensgeber

Der Name "Proteao" ist der eines weißen Grottenolms aus den unterirdischen Flussläufen des adriatischen Karsts - und das nicht zufällig: Dort sind die Proteo-Laurenti-Krimis auch verortet, in der Stadt Triest, die seit 25 Jahren die Wahlheimat von Heinichen ist. Hier, in der alten Metropole zwischen österreichischer, slawischer und italienischer Kultur verbindet Heinichen in den Krimis seine große Kenntnis dieser Stadt und der Region mit gut recherchierten kriminalistischen und juristischen Fakten.

Buchcover: Der Tod wirft lange Schatten [Quelle: Zsolnay]
Veit Heinichen: Der Tod wirft lange Schatten, Zsolnay, 2005 [Quelle: Zsolnay]

Literarisches Vorbild: Witold Gombrowicz

Heinichen beschreibt dabei aber nicht nur einen Commissario bei der Arbeit, sondern stattet die Figur Proteo Laurenti mit der authentischen Biografie eines italienischen Polizisten aus, der von Bürokratie und den Turbulenzen einer großen Familie umgeben ist. Laurenti ist ein neugieriger Mensch. Er will ebenso wie sein Schöpfer die Welt, in der wir leben, begreifen und wissen, wie sie funktioniert und er begutachtet sie dabei mit schwarzem Humor. Als literarisches Vorbild gilt dem Autor der Meister der absurden Komik, der polnische Schriftsteller Witold Gombrowicz.

Verfilmt für die ARD

Veit Heinichen, 1957 zwischen Bodensee und Schwarzwald geboren, arbeitete als studierter Betriebswirt in der Automobilindustrie, im Buchhandel und im Verlagswesen. 1994 war er Mitbegründer und kaufmännischer Geschäftsführer des Berlin-Verlags. Seit 1999 hat er seinen Lebensmittelpunkt als freier Schriftsteller ganz nach Triest verlagert. Seine Kriminalromane wurden von der ARD verfilmt und sind in viele Sprachen übersetzt.

Bücher

  • 2001 Gib jedem seinen eigenen Tod
  • 2002 Die Toten vom Karst
  • 2003 Tod auf der Warteliste
  • 2005 Der Tod wirft lange Schatten
  • 2005 Triest - Stadt der Winde

Gespräch mit Veit Heinichen
Bremen Zwei