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Radio-Bremen-Krimipreis 2009

Stefan Slupetzky

Krimi-Autor gibt Einblicke in die Abgründe des Alpenlandes

24. Juli 2009

Stefan Slupetzky [Quelle: Rowohlt Verlag, Julia Maetz]
Stefan Slupetzky - Krimiautor mit bitter-satirischem Blick auf seine Heimat [Quelle: Rowohlt Verlag, Julia Maetz]

Im Jahr 2009 hat Radio Bremen seinen Krimipreis an den österreichischen Kriminalschriftsteller Stefan Slupetzky vergeben. Die Jury zeichnete Slupetzky für seine schrägen Lemming-Romane aus, die weit über den Wiener Schmäh hinaus einen Einblick in die Abgründe des Alpenlandes geben. Seine Erfindungen, was Personal und Plots angeht, sind im besten Sinne von qualtingerschen Ausmaßen. Hier schreibt ein Autor mit bitter-satirischem Blick über die Seelenlage von nationalen Krachmachern.

Radio-Bremen-Krimipreis [Quelle: Radio Bremen]

Preisverleihung im Rahmen der Radio-Bremen-Kriminacht

Verliehen wurde der Preis am 16. September 2009 im Rahmen des zwölften Bremer Krimifestivals "Prime-Time - Crime-Time" im Weserhaus von Radio Bremen verliehen. Rund um die Preisverleihung und die Lesung des Preisträgers stellten Anke Gebert aus Hamburg, Barbara Krohn aus Regensburg und Jan Costin Wagner aus Frankfurt am Main neue Krimigeschichten vor und gaben Auskunft über ihr kriminalistisches Handwerk. Die Musik kam vom Duo König.

Preisträger 2009: Stefan Slupetzky

Buchcover: Der Fall des Lemming [Quelle: Rowohlt-Verlag]
Stefan Slupetzky: Der Fall des Lemming, Rowohlt-Verlag, Juni 2005 [Quelle: Rowohlt-Verlag]

Stefan Slupetzky, 1962 geboren, ist ein Multitalent: Schriftsteller, Illustrator, Saxophonist in verschiedenen Jazzbands, Schauspieler, sowie Rezitator und Sänger, unter anderem bei der Gruppe "Leviten lesen".
Slupetzky legte mit "Der Fall des Lemming" ein starkes Debüt hin, für das er 2004 den Glauser-Preis erhielt. Sein Held, Leopold Wallisch, genannt Lemming, frisch entlassen aus der Mordkommission der Wiener Polizei, ist ein starker Charakter, grantelnd, eckig und doch den Menschen zugewandt. Manchmal ist er etwas zögerlich, dann wieder zupackend, auf jeden Fall von schwarzem Humor beflügelt. Wer Lemming zuhört, schwimmt gegen den Strom der gängigen Krimi-Klischees.

Lemming-Roman: "Lemmings Zorn"

Buchcover: Lemmings Zorn [Quelle: Rowohlt-Verlag]
Stefan Slupetzky: Lemmings Zorn, Rowohlt-Verlag, März 2009 [Quelle: Rowohlt-Verlag]

2009 ist sein vierter Lemming-Roman erschienen: "Lemmings Zorn" - ein "Slupetzky at his best". Sein Zorn richtet sich gegen den ohrenbetäubenden Lärm in der Welt: gegen Abrissbirnen, akustischen Wahnsinn, Lärmquellen von ratternden Rollos und rasenden Rollern. Es hat sich sogar schon eine Anti-Lärm-Fraktion (ALF) gegründet - Don Quichotte gegen die Krachmacher. Ein wunderbarer Spaß, wenngleich für Ruhe suchende Schriftsteller und Väter, die ihren jüngsten Spross schützen wollen, eine Tortur.

In lakonischem Ton breitet Slupetzky seine Handlung aus: schwarz, stark, wienerisch. Man könnte meinen, es sei eine bloße Groteske, aber wer genauer liest, wird die realen Zustände wie in einem Brennglas erkennen.

Bisherige Lemming-Romane (alle im Rowohlt Verlag erschienen):

  • 2004: Der Fall des Lemming – Eine Wiener Mordgeschichte
  • 2005: Lemmings Himmelfahrt – Lemmings zweiter Fall
  • 2006: Das Schweigen des Lemming – Lemmings dritter Fall
  • 2009: Lemmings Zorn – Lemmings vierter Fall

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