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Kino-Tipp

Meine Cousine Rachel

31. August 2017

Roger Michell hat sich an die Verfilmung des Literatur-Klassikers von Daphne du Maurier gewagt. Darin geht es um Schein und Wirklichkeit und um eine Art von Verliebtheit, die einen Mann um den Verstand bringen kann.

Filmplakat: Meine Cousine Rachel [Quelle: Fox Deutschland]
Meine Cousine Rachel [Quelle: Fox Deutschland]

Jürgen Francke stellt "Meine Cousine Rachel" vor.

Film-Tipp: Meine Cousine Rachel [3:28 Minuten]

Man muss schon ein ausgewiesener Cineast sein, um mit dem Namen Roger Michell etwas anfangen zu können. Aber wenn man dann hört, dass der in Südafrika geborene Regisseur die schwungvolle Komödie "Notting Hill" mit Julia Roberts und Hugh Grant gedreht hat, dann weiß man sofort: Der Mann hat ein glückliches Händchen mit Schauspielstars und Unterhaltungsfilmen.

Die Handlung

Die südenglische Küste in den 1830er Jahren. Der junge Philip, kurz vor seinem 25. Geburtstag, trauert um seinen Cousin Ambrose, der eine Art Ersatzvater für ihn war. Ambrose hat den verwaisten Philip auf dem Familien-Landgut großgezogen. Als er krank wurde, zog Ambrose der Wärme wegen nach Italien und heiratete dort seine Cousine Rachel. Dann verstarb er aus unerklärlichen Gründen. Für Philip steht fest: Diese Cousine ist für den Tod des geliebten Ambrose verantwortlich.

Ich beabsichtige, was immer er erdulden musste, an Schmerz und Leiden heimzuzahlen. Soll die Frau es mir büßen, die die Schuld trägt. (Aus dem Film)

Andeutungen in Briefen von Ambrose entnimmt Philip, dass Rachel eine männermordende Furie sein muss, die sich sogar traut, nach Cornwall zu kommen.

Rachel erscheint

25 Minuten dauert es, bis die Titelfigur des Films "Meine Cousine Rachel" auf der Leinwand erscheint. In schwarzen Kleidern mit Spitzenschleiern betritt Rachel den Gutshof, und es dauert nicht lange, bis der voreingenommene Philip seinen Widerstand aufgibt und der attraktiven Dame aus der Hand frisst.

Philipp verfällt der schönen Frau

Was nun folgt ist eine klassische Amour fou, inklusive zweier kurzer Tete-á-Tetes. Philip ist hin und weg, bis zur Selbstaufgabe. Und so überschreibt er Rachel, gegen alle Ratschläge seines Onkels, an seinem 25. Geburtstag, dem Tag seiner Großjährigkeit, das Landgut. Und er wundert sich, dass ihm die angebetete Rachel plötzlich gar nicht mehr so zugetan ist. Mit einer Ausnahme: Immer, wenn Rachel ihre selbstgebrauten Kräutermischungen verabreicht, ist sie handzahm. Und Philip schöpft Hoffnung…

Mix aus Thriller und Liebesdrama

"Meine Cousine Rachel", die werkgetreue Verfilmung der Vorlage von Daphne Du Maurier, es ist eine Mischung aus Psychothriller, Liebesdrama und Kriminalfilm. Ist Rachel, gespielt von der englischen Schauspielerin Rachel Weisz, eine Giftmörderin? Hat sie bereits Cousin Ambrose in Italien beiseite geschafft und hat sie das Gleiche mit Philip vor? Oder ist sie eine verletzliche Frau auf der Suche nach Anerkennung?

Fazit

Der opulent ausgestattete Film, mit viel Kerzenlicht bei den Innenaufnahmen und prächtigen Landschaftsbildern, legt zahlreiche Fährten. Das ist unterhaltsam und solide inszeniert. Doch ein wenig mehr Kontur hätte den Figuren, besonders dem zunächst liebestrunkenen, dann zweifelnden Philip schon gut getan. 

Dieses Thema im Programm: Bremen Zwei, 7. September, 10:40 Uhr

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